Devisen Eurokurs fällt erneut unter Parität zum US-Dollar

Der Euro-Kurs sinkt auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Wochen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,0001 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9999 Euro.
1,0001 Dollar: Der Kurs des Euro ist am Montag erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Parität zum US-Dollar gefallen

1,0001 Dollar: Der Kurs des Euro ist am Montag erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Parität zum US-Dollar gefallen

Foto: IMAGO/Schöning

Der Kurs des Euro ist am Montag erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Parität zum US-Dollar gefallen. Unter Parität versteht man ein Tauschverhältnis von eins zu eins zwischen zwei Währungen. Nachdem sich die Gemeinschaftswährung am Morgen zunächst wenig bewegt hatte, rutschte sie zeitweise bis auf 0,9967 Dollar und blieb auch am Nachmittag unter der Parität. Der Euro-Kurs sank somit auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Wochen.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,0001 (Freitag: 1,0054) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9999 (0,9946) Euro.

In der Eurozone trübten zu Wochenbeginn erneut die Aussichten auf eine mögliche Gas-Krise das Bild. Russland hatte am Freitag angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August für drei Tage zu stoppen. Infolge der Ankündigung zog der für den europäischen Gashandel richtungweisende Terminkontrakt TTF auf den höchsten Stand seit Anfang Juli.

Große Länder der Eurozone wie Deutschland und Italien sind stark von russischem Gas abhängig. Dies belastet die Wirtschaftsaussichten. Die USA sind hingegen unabhängig von russischem Gas.

Zinserhöhungen der US-Notenbank belasten Euro

Robuste Konjunkturdaten aus den USA und Signale für eine weiter kräftige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed hatten dem Dollar in der vergangenen Woche Auftrieb verliehen – und den Euro im Gegenzug belastet. Generell werden in den USA stärkere Zinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation erwartet als in der Eurozone, was dem Dollar Vorteile gegenüber dem Euro verschafft.

Zu Beginn der neuen Handelswoche haben die Anleger am Devisenmarkt die Entwicklung in China im Blick. Die Regierung in Peking ist weiter bemüht, der Konjunkturschwäche entgegenzuwirken. So soll mit etwas niedrigeren Zinsen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stärker in Schwung gebracht werden. Der Kurs der chinesischen Landeswährung reagierte aber kaum auf die jüngsten Zinssenkungen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84658 (0,84938) britische Pfund, 137,08 (137,67) japanische Yen und 0,9580 (0,9616) Schweizer Franken fest.

mje/ dpa-afpx
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