Führungskrise Deutz-Aktie bricht ein

Der Motorenbauer Deutz hat seinen CEO und seinen Aufsichtsratschef verloren. Anleger ergreifen aus Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens die Flucht.
Motoren aus dem Hause Deutz: Das Unternehmen muss sich personell neu aufstellen

Motoren aus dem Hause Deutz: Das Unternehmen muss sich personell neu aufstellen

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Nach der Abberufung des Konzernchefs hat sich am Montag der seit September laufende Abwärtstrend der Deutz-Aktien  deutlich verschärft. Die Titel des Kölner Motorenbauers sackten als schwächster Wert im Kleinwerteindex SDax in Richtung der Marke von fünf Euro ab mit einem Kursverlust von zuletzt mehr als 13 Prozent. Damit fielen sie auf den tiefsten Stand seit Ende 2020 und haben seit ihrem Zwischenhoch Mitte September 2021 gut 40 Prozent verloren.

Die Anleger reagierten verstimmt auf die Nachricht, dass Vorstandschef Frank Hiller (55) vom Aufsichtsrat einstimmig aus dem Vorstand abberufen wurde . Auch der Chef des Kontrollgremiums, Bernd Bohr (65), trat zurück. Auslöser der Führungskrise war die Frage, wie Deutz die gesetzliche Vorgabe erfüllen sollte, eine Frau in den vierköpfigen Vorstand zu befördern, wie das manager magazin zuvor exklusiv berichtete .

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnete die Vorgänge bei Deutz als "Super-Gau". So etwas dürfe schlichtweg nicht passieren, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Hier müsse der Aufsichtsrat und vorne weg der Aufsichtsratsvorsitzende frühzeitig die Weichen stellen und Entscheidungen treffen. Die Vorgaben des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes seien gerade für mittelständisch geprägte Unternehmen eine große Herausforderung. Dieses Gesetz schreibt größeren, börsennotierten Unternehmen wie eben Deutz vor, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzen muss, wenn das Gremium vier oder mehr Posten hat.

mg/dpa-afx