Geldwäsche Gericht verdonnert Credit Suisse zu Bußgeld

Die Schweizer Großbank ist in einem Geldwäsche-Prozess gegen die bulgarische Mafia zu einer Strafe von knapp 2 Millionen Euro verurteilt worden. Die Bank will Berufung einlegen.
Wegen schwerer Geldwäscherei: Die ehemalige Bankbetreuerin der mafiösen Kunden wurde zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten verurteilt

Wegen schwerer Geldwäscherei: Die ehemalige Bankbetreuerin der mafiösen Kunden wurde zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten verurteilt

Foto: DENIS BALIBOUSE / REUTERS

Die Schweizer Großbank Credit Suisse ist im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Prozess gegen die bulgarische Mafia zu einer Strafe von 2 Millionen Franken (knapp 2 Millionen Euro) verurteilt worden. Das Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona ordnete am Montag außerdem die Einziehung von 12 Millionen Franken von den Konten der Mafia an. Zusätzlich muss Credit Suisse 19 Millionen Franken als sogenannte Ersatzforderung begleichen. Dabei geht es um Gelder, die wegen der Versäumnisse der Bank nicht beschlagnahmt werden konnten.

Das Gericht verhängte die Strafe, weil Credit Suisse bis Ende 2008 Geldwäscheregeln mangelhaft umgesetzt hatte. Die Bank nahm das Urteil in einer Stellungnahme zur Kenntnis und kündigte Berufung an. Das Institut habe seine Maßnahmen zur Abwehr von Geldwäsche bereits gestärkt, hieß es. Die ehemalige Bankbetreuerin der mafiösen Kunden wurde zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten wegen schwerer Geldwäscherei verurteilt. Sowohl die ehemalige Angestellte als auch die Bank hatten ein Fehlverhalten abgestritten.

Die unter anderem im Drogenhandel tätige kriminelle bulgarische Organisation baute laut dem Gericht Finanzstrukturen auf, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern, die in der Schweiz deponiert wurden. Zwei Mitglieder der Gruppe wurden zu teils auf Bewährung ausgesetzten Gefängnisstrafen verurteilt.

Das Urteil war in dem Land, in dem die Bankenbranche großes Gewicht hat, mit Spannung erwarteten worden. "Dies hat das Potenzial, ein Wendepunkt für die Schweiz zu sein", sagte Mark Pieth, Geldwäscheexperte an der Universität Basel, wenige Tage vor der Urteilsverkündigung.

"Das Besondere an diesem Fall ist, dass die Schweiz gegen ein Unternehmen vorgeht, und zwar nicht gegen irgendein Unternehmen - die Credit Suisse ist einer der Juwelen in der Schweizer Krone."

dri/Reuters, dpa-afxp
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