Beben am Kryptomarkt Krypto-Börse Binance bläst Übernahme von FTX ab

Die Übernahme der angeschlagenen Kryptobörse FTX durch den Konkurrenten Binance ist gescheitert. Binance-Chef Changpeng Zhao hatte sich am Vortag noch als möglicher Retter aufgeschwungen, zieht nun aber zurück. Zhao und FTX-Chef Sam Bankman Fried waren einst eng verbunden, doch nun erschüttert das Duell der Erzrivalen den gesamten Kryptomarkt.
Sam Bankman Fried, Changpeng Zhao: Duell der Krypto-Könige

Sam Bankman Fried, Changpeng Zhao: Duell der Krypto-Könige

Foto: Craig Barritt / Getty Images for CARE For Special Children ; Darrin Zammit Lupi / REUTERS

Die Kryptobörse Binance hat den Kauf des in Schwierigkeiten geratenen Konkurrenten FTX wieder abgeblasen. "Wir haben entschieden, dass wir die potenzielle Akquisition nicht weiter verfolgen werden", teilte Binance - der weltgrößte Handelsplatz für Digitalwährungen wie Bitcoin - am Mittwoch bei Twitter mit. Grund seien unter anderem Medienberichte über Fehlverhalten im Umgang mit Kundengeldern und angebliche Ermittlungen von US-Behörden. FTX war nach enormen Mittelabzügen in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar in akute Liquiditätsnot geraten.

Die Schieflage der Handelsplattform erschüttern unterdessen den gesamten Kryptomarkt. Die Äußerungen des Binance-Chefs, die Unregelmäßigkeiten beim Konkurrenten nahelegen, verstärken den Druck auf FTX und verunsichern Investoren.

Der Bitcoin-Kurs stürzte in der Nacht zu Donnerstag daraufhin zeitweise unter 16.000 Dollar. Anschließend konnte sich die Kryptowährung wieder etwas stabilisieren. Vor den ersten Berichten über Probleme bei FTX hatte er noch deutlich über 20 000 Dollar gelegen.

Welche Rolle spielt Rivale Zhao in der Binance-Krise?

Eigentlich hatten die Unternehmen am Dienstag verkündet, dass Binance den größten Teil des Geschäfts von FTX übernehmen wolle. Allerdings handelte es sich zunächst nur um eine unverbindliche Absichtserklärung, wie Binance-Chef Changpeng Zhao betonte. Nach Beginn der Buchprüfung nahm Binance rasch wieder Abstand von dem Übernahmeplan. Zhao spielt bei dem Hin und Her eine undurchsichtige Rolle. Am Sonntag hatte er selbst mit einem Tweet Zweifel an den Geldreserven von FTX verstärkt und die Kundenflucht dort befeuert.

Zhao und FTX-Chef Sam Bankman-Fried waren als Pioniere der Branche und Partner einst eng verbunden, entwickelten sich mit ihren Kryptobörsen dann aber zu Erzrivalen und überwarfen sich zuletzt wegen Regulierungsfragen.

So schwang sich Bankman-Fried immer mehr zum Sprachrohr der Krypto-Szene auf und versuchte, Lobby-Einfluss bei Politik und Aufsehern zu nehmen, was Zhao nicht gefiel. Bankman-Fried steht nun vor den Trümmern seines FTX-Konzerns. Der 30-Jährige galt vor wenigen Monaten noch als milliardenschwerer Hoffnungsträger der Kryptobranche, der finanzschwachen Firmen unter die Arme greift.

Wie es für die Kunden von FTX jetzt weitergeht, ist unklar. Bankman-Fried versicherte am Dienstag, dass alle Einlagen geschützt seien und voll ausgezahlt würden. Doch das scheint zunehmend ungewiss. Bankman-Fried hatte bis zur Eskalation der Lage auch noch behauptet, dass es keinen Grund zur Sorge gebe und Gerüchte über eine Geldnot als falsch zurückgewiesen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.