Bizarrer Rechtsstreit Citigroup sendet Hedgefonds irrtümlich 175 Millionen Dollar

So kann man auch zu Geld kommen: Aus sehr offensichtlichem Versehen hat die Citigroup 175 Millionen Dollar zu viel an den Hedgefonds Brigade Capital überwiesen. Doch der gibt das Geld nicht wieder her.
Citigroup-Gebäude in New York

Citigroup-Gebäude in New York

Foto: A2800 epa Justin Lane/ dpa

Dass Hedgefonds vor unkonventionellen und mitunter auch rüden Methoden nicht zurückschrecken, ist bekannt. Da passt das Verhalten der Investmentfirma Brigade Capital Management gut ins Bild: Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York wurde gerade von der Citigroup  verklagt, weil es sich weigert, rund 175 Millionen Dollar zurückzuzahlen, die Citi offensichtlich versehentlich an Brigade überwiesen hat.

Was ist passiert? Bei dem strittigen Geld handelt es sich um einen Teil von insgesamt 900 Millionen Dollar, die die Citigroup kürzlich irrtümlich an verschiedene Unternehmen überwiesen hat. Citigroup managt eine Anleihe für die Kosmetikfirma Revlon  und wollte eigentlich lediglich fällige Zinszahlungen an die Investoren auskehren, wie beispielsweise "Financial Times " sowie "Bloomberg " berichten. Statt der korrekten Beträge sandte die Bank jedoch im Schnitt mehr als das Hundertfache davon auf die Konten der Gläubiger. Ein fataler "Schreibfehler", wie die Citigroup bereits vergangene Woche einräumen musste .

Seither versucht die Bank das Geld zurückzubekommen - jedoch offenbar ohne den erhofften Erfolg. Weniger als die Hälfte der 900 Millionen Dollar habe Citigroup bislang wieder erhalten, so Bloomberg.

Ein Problem: Revlon befindet sich im Zuge der Corona-Krise in Schwierigkeiten, die Anleihen des Unternehmens sind infolgedessen in den Keller gerauscht. Die fraglichen Papiere beispielsweise, um die es im Streit zwischen Citigroup und Brigade geht, notieren gegenwärtig bei weniger als einem Drittel ihres Nominalwertes, so die "FT". Kein Wunder also, dass die Investoren des Kosmetikunternehmens, das vom US-Milliardär Ron Perelman (77) kontrolliert wird, mehr als verschnupft sind.

Investoren verklagen Revlon

So gehört Brigade neben Symphony Asset Management und HPS Investment Partners zu einer Gruppe von Revlon-Investoren, die das Kosmetikunternehmen im Zusammenhang mit einer Schuldenumstrukturierung bereits verklagt haben, schreibt die "FT".

Konkret geht es bei Brigade um rund 175 Millionen Dollar, die von Citigroup zu viel überwiesen wurden - wohlgemerkt: aus Mitteln der Bank, nicht etwa von Revlon, wie das Institut Berichten zufolge betont. Brigade hätte lediglich 1,5 Millionen Dollar erhalten sollen, heißt es. Überwiesen wurden stattdessen mehr als 176 Millionen.

Brigade, wie auch andere, die sich weigern, Geld an Citi zurückzugeben, stellt sich nun auf den Standpunkt, Revlon stehe ohnehin in der Schuld der Gläubiger und wäre sowieso zur Zahlung verpflichtet gewesen. Citigroup dagegen spricht von "glasklaren Beweisen" dafür, dass die Überweisungen irrtümlich erfolgt seien.

Entscheiden muss nun ein Gericht in Manhattan, dem der Fall vorliegt. Eine erste Telefonkonferenz zwischen den Beteiligten hat der zuständige Richter laut Bloomberg für diesen Dienstag angesetzt.

cr
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