Cambrian Biopharma Unsterblichkeits-Start-up von Angermayer sammelt 100 Millionen Dollar ein

Der deutsche Milliardär Christian Angermayer möchte dem Menschheitstraum von der Unsterblichkeit nahekommen. Sein US-Start-up Cambrian hat 100 Millionen Dollar eingesammelt, um an Therapien gegen das Altern zu forschen. Die Bewertung steigt dadurch auf eine halbe Milliarde Dollar.
Psychonauten: Christian Angermayer diskutiert am 18. Oktober 2021 auf der Global Conference des Milken Institute in Beverly Hills mit Hollywood-Star und Co-Investorin Uma Thurman darüber, wie Psychedelika psychisch kranken Menschen helfen könnten. Ein weiteres Hauptthema des Bayern heißt "Longevity".

Psychonauten: Christian Angermayer diskutiert am 18. Oktober 2021 auf der Global Conference des Milken Institute in Beverly Hills mit Hollywood-Star und Co-Investorin Uma Thurman darüber, wie Psychedelika psychisch kranken Menschen helfen könnten. Ein weiteres Hauptthema des Bayern heißt "Longevity".

Foto: PATRICK T. FALLON / AFP

Der 43-jährige Selfmade-Milliardär Christian Angermayer zitiert die ganz großen Mythen, wenn es um das jüngste Ereignis in seinem Firmennetz geht. Das Gilgamesch-Epos, in der die Titelfigur nach der Unsterblichkeit sucht. Das indische Amrita und das griechische Ambrosia, die Speisen der Götter, die diesen Unsterblichkeit verleihen. Chinas Pfirsiche der Unsterblichkeit, die im Garten der Königinmutter des Westens wachsen und vom Affenkönig Sun Wukong gestohlen werden.

Ein ähnlich freches Projekt wie der göttliche Affe hat sich auch Angermayer vorgenommen: Er möchte dem Tod seine Beute rauben und die Lebensspanne, die Götter und Natur dem Menschen bislang setzen, erheblich ausdehnen. Dazu hat er 2019 Cambrian Biopharma mitgegründet. "Unsterblichkeit und ewige Jugend sind schon immer Menschheitsträume", sagt der Bayer. "Mit Cambrian machen wir jetzt endlich die ersten Schritte dazu." Das gesamte Cambrian-Team arbeite unermüdlich daran, Mittel gegen altersbedingte Krankheiten zu finden. 14 Medikamentenkandidaten gehörten bereits zur Plattform.

"Ich glaube nicht, dass wir für immer leben wollen werden", schränkt Angermayer ein. "Aber ich bin zu 100 Prozent überzeugt davon, dass wir in den kommenden 20 bis 30 Jahren fähig sein werden, die Lebensspanne ausreichend zu verlängern, um freiwillig die Entscheidung zu treffen, wann wir sterben wollen."

160 Millionen Dollar für den Traum der Unsterblichkeit

Das New Yorker Start-up hat soeben eine weitere Finanzierungsrunde ("Series C" im Venture-Capital-Jargon) abgeschlossen. Sie spült 100 Millionen Dollar in die Kasse und erhöht das eingesammelte Kapital auf 160 Millionen Dollar. Zur jüngsten Runde wird Cambrian von seinen Investoren mit 500 Millionen Dollar bewertet.

Erneut unter den Geldgebern sind Moore Capital, die Gesellschaft des Hedgefonds-Multimilliardärs Louis Moore Bacon, Angermayers Finanzgesellschaft Apeiron sowie der VC-Fonds Future Ventures aus San Francisco. Anführer der neuen Runde sind Anthos Capital und SALT Fund.

Als neues Aufsichtsratsmitglied konnte Cambrian nun Brent Saunders gewinnen, den ehemaligen Vorstandschef der Pharmakonzerne Allergan sowie Bausch + Lomb. Auch Anthos-Capital-Partner Paul Farr zieht in das Gremium ein. "Wir sind begeistert, Cambrian dabei zu unterstützen, Therapien zu entwickeln, die unseren Ansatz für Healthcare im 21. Jahrhundert revolutionieren werden", schwärmt Farr.

Ehemaliger Pharmakonzernchef im Aufsichtsrat

Das Kapital solle der Entwicklung seiner Medikamentenkandidaten dienen, teilt Cambrian mit. Für drei davon werde in den kommenden 18 Monaten die Phase der klinischen Erprobung ihrer Wirksamkeit erwartet. Die spätere Zulassung ist in so einem frühen Stadium noch ungewiss.

Angermayers Erwartungen sind jedenfalls hoch. "Indem Cambrian die ersten Therapien entwickelt, um das Altern zu verlangsamen, fordert es uns heraus, über die meisten tödlichen Krankheiten auf neue Weise nachzudenken."

Falls einige der Medikamente wirklich an den Markt kämen, wäre das außerdem ein hervorragendes Geschäft für die Geldgeber.

mbö
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