Aufnahme in Wartesaal der Währungsunion Bulgarien und Kroatien auf dem Weg in den Euro

Die Eurozone steht vor der Aufnahme ihres 20. und 21. Mitgliedes: Kroatien und Bulgarien haben eine wichtige Hürde zum Beitritt zur europäischen Gemeinschaftswährung genommen.
2-Euro-Münze: Kroatien und Bulgarien dürften in den kommenden Jahren der Gemeinschaftswährung beitreten

2-Euro-Münze: Kroatien und Bulgarien dürften in den kommenden Jahren der Gemeinschaftswährung beitreten

Foto: TONY GENTILE/ REUTERS

Kroatien und Bulgarien haben den nächsten Schritt zur Aufnahme in die Eurozone gemacht. Die beiden Länder werden in den Europäischen Wechselkursmechanismus II (European Exchange Rate Mechanism II, ERM II) aufgenommen, teilte die Europäische Zentralbank am Freitag mit. Ihr Beitritt wäre die erste Vergrößerung der Eurozone seit dem Jahr 2015, als Litauen als 19. Mitglied beigetreten war.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Aufnahme ist eines von vier Kriterien, um nationale Länderwährungen durch den Euro ersetzen zu können; potenzielle Mitglieder müssen mindestens zwei Jahre  Teil des Mechanismus sein, um weitere Vorbereitungen für den Euro-Beitritt zu starten. Da diese etwa ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen, dürfte frühestens 2023 mit den Beitritten zu rechnen sein. Beide Staaten bemühen sich darum seit Jahren. Als Teil des ERM II dürfen Kroatien und Bulgarien unter anderem nicht von sich aus ihre Währung gegenüber dem Euro abwerten. Der Kurs darf nur innerhalb bestimmter Grenzen schwanken. Zu den restlichen sogenannten Maastricht-Kriterien gehören ein stabiles Preisniveau, stabile langfristige Zinssätze sowie Obergrenzen für den öffentlichen Schuldenstand.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61) betonte, mit dem Beschluss würden die wichtigen Wirtschaftsreformen in Bulgarien und Kroatien anerkannt. Und er zeige, dass der Euro attraktiv bleibe. "Wir werden die beiden Länder auf der nächsten und abschließenden Etappe auf ihrem Weg zum Beitritt zum Euro-Währungsgebiet weiter unterstützen", erklärte von der Leyen. Zum 1. Oktober werden die beiden Länder laut EZB auch der europäischen Bankenunion beitreten, wodurch ihre größten Kreditinstitute unter die Aufsicht der Zentralbank fallen.

Nach den EU-Verträgen sind alle Mitgliedsstaaten bis auf Dänemark zum Beitritt zur Gemeinschaftswährung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen. Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck. Derzeit bezahlt man in 19 der 27 EU-Staaten mit dem Euro, der seit 2002 Zahlungsmittel ist.

luk/Reuters, dpa