Kampf gegen Corona-Krise Britische Staatsschulden übersteigen erstmals zwei Billionen Pfund

Die Corona-Krise schlägt hart im britischen Staatshaushalt ein: Erstmals steigen die Schulden auf mehr als zwei Billionen Pfund.
Großbritanniens Finanzminister: Rishi Sunak

Großbritanniens Finanzminister: Rishi Sunak

Foto: PETER NICHOLLS / REUTERS

Großbritanniens Staatsverschuldung steigt wegen der Corona-Krise auf Rekordniveau. Die öffentlichen Verbindlichkeiten kletterten im Juli erstmals über die Marke von zwei Billionen Pfund (rund 2,2 Billionen Euro), wie aus offiziellen Daten vom Freitag hervorgeht. Die Schuldenstandsquote stieg damit auf 100,5 Prozent der Wirtschaftsleistung und so auf den höchsten Stand seit 1961, als das Vereinigte Königreich noch die Kosten des Zweiten Weltkriegs verdauen musste. Demnach liegen die Schulden also höher als die gesamte Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Die Bundesbank erwartet, dass die Schuldenquote in Deutschland in diesem Jahr "Richtung 75 Prozent" steigen dürfte.

Der britische Finanzminister Rishi Sunak (49) steht nun unter Zugzwang, da er Fachleuten zufolge die Nothilfen für die von der Pandemie arg gebeutelte Wirtschaft weiter erhöhen müsste.

Sunak sagte, die Krise belaste die öffentlichen Finanzen zwar erheblich, aber ohne die enormen Ausgaben der Regierung wäre alles noch viel schlimmer gewesen. "Die heutigen Zahlen sind eine deutliche Erinnerung daran, dass wir unsere öffentlichen Finanzen im Laufe der Zeit wieder auf eine tragfähige Grundlage stellen müssen", sagte er. Das werde schwierige Entscheidungen erfordern. "Das ist auch der Grund, warum wir jetzt Maßnahmen ergreifen, um das Wachstum und die Beschäftigung zu unterstützen, die unsere öffentlichen Dienstleistungen finanzieren."

Die Schulden waren seit dem Beginn der Pandemie um rund 200 Milliarden Pfund in die Höhe geschnellt. Britische Haushaltsexperten warnten jüngst, dass die Schulden bis zum Fiskaljahr 2022/23 weiter kräftig auf 2,5 Billionen Pfund steigen könnten.

cr/Reuters
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