Wochenausblick SAP steht im Mittelpunkt

SAP eröffnet in der kommenden Woche die Berichtssaison der Dax-Konzerne. Zwar verliert der Irak-Krieg an Bedeutung für den Handel. Doch dürfte er in so mancher Bilanz seine dunklen Spuren hinterlassen. Die schwache Konjunktur steht einem nachhaltigen Börsenaufschwung entgegen, sagen Händler.

Frankfurt - Die Geschäftsentwicklung der deutschen Konzerne sowie weitere Hinweise auf den Verlauf der Konjunktur werden Händlern zufolge in der kommenden Börsenwoche wieder stärker das Interesse der Anleger wecken. Nachrichten aus dem Irak dürften damit immer weniger Einfluss auf das Marktgeschehen haben. Im Mittelpunkt dürfte Europas größter Softwarekonzern SAP  stehen, der am kommenden Donnerstag die Berichtssaison der Dax-Unternehmen für das erste Quartal eröffnet.

Händler wiesen daraufhin, dass sich der Irak-Krieg allerdings in den Zahlen vieler Unternehmen bemerkbar machen werde. "Die Berichtssaison wird noch vom Irak-Krieg überschattet werden und wohl zu einigen Enttäuschungen führen. Außerdem werden die Ausblicke der Unternehmen weiterhin vage bleiben", erwartet der Aktienstratege Michael Kopmann von der DZ Bank.

In der vergangenen Woche hat der Deutsche Dax  rund vier Prozent zugelegt. Viele Unsicherheiten sind dabei Händlern zufolge aus dem Markt gewichen, seitdem die US-geführten Invasionstruppen Mitte der Woche bis in das Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad vorgedrungen waren und dieses seitdem kontrollieren.

SAP beginnt den Zahlenreigen

Als erstes Dax-Unternehmen wird SAP Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Die Walldorfer Softwareschmiede werde sich trotz mehrerer schlechter Zahlen der US-Konkurrenten PeopleSoft  und Siebel Systems  in der Branche behaupten können, schrieb der Analyst Knut Woller in einem Ausblick der HypoVereinsbank.

Nach den durchschnittlichen Schätzungen der 21 von Reuters befragten Analysten hat SAP im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr trotz weitgehend stagnierender Umsätze deutlich mehr verdient. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg den Prognosen zufolge auf 262 (Vorjahresquartal: 237) Millionen Euro.

Die Technologiewerte im Dax wie Siemens  und Infineon  dürften zudem von Geschäftszahlen internationaler Konkurrenten beeinflusst werden. So werden unter anderem der US-Computerriese IBM , der niederländische Elektronikkonzern Philips  sowie der finnische Handy-Hersteller Nokia  über die jüngste Entwicklung ihrer Geschäfte berichten.

In Deutschland werden neben SAP weitere Firmen der zweiten Reihe Geschäftszahlen vorlegen, darunter IWKA, Hannover Rück , die Aareal Bank , Salzgitter , Jungheinrich  und Bilfinger und Berger .

Konjunkturschwäche steht nachhaltigem Börsenaufschung entgegen

Im Fokus der Anleger werden in der nächsten Woche auch neue Konjunkturdaten stehen, die schon zuletzt an der Börse wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. So dürften die Investoren unter anderem auf den Konjunkturbericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag blicken, der die Konjunkturerwartungen von Analysten widerspiegelt.

"Der ZEW-Indikator wird wohl steigen, weil der letzte Wert durch den Irak-Krieg stark belastet wurde. Da rechnen wir nun mit einer Erholung", sagte Aktienstratege Kopmann. Eine Trendwende sei dies jedoch nicht.

Denn insgesamt bleiben die Aussichten für die deutsche Volkswirtschaft nach der Einschätzung der meisten Marktteilnehmer schwach. "Es ist erst April und die Wachstumsprognosen für 2003 in Deutschland haben sich schon bei nur noch 0,5 Prozent statt der ursprünglichen zwei Prozent eingependelt", sagt Karsten Rahlf, Chef-Analyst der Vereins- und Westbank. Die Wachstumsschwäche stehe einem nachhaltigen Aufschwung an der Börse weiterhin entgegen.

Von Christian Krämer (Reuters)


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