Börsenblick BMW und VW auf der Überholspur

Die Autowerte notieren gegen den Abwärtstrend fest. DaimlerChrysler fehlt bei der Rallye.

Frankfurt am Main - Volkswagen und BMW haben sich an die Spitze des Dax gesetzt. Die beiden Autotitel verzeichnen Zugewinne zwischen drei und knapp fünf Prozent - und das bei einem schwachen Dax. Das Barometer notiert gegenwärtig mit einem Prozent bei 6627 Zählern im Minus.

Anleger wollen sich an Technologietiteln nicht die Finger verbrennen und schichten eindeutig in Werte der Old Economy um. Davon profitieren neben den Autowerten ebenso Chemie- und Pharmatitel wie Bayer, Henkel und BASF.

Auch wenn der Klage des Großaktionärs Kirk Kerkorian wenig Chancen eingeräumt werden, belastet dies dennoch die Aktie von DaimlerChrysler. Der Titel notiert gegenwärtig mit 1,25 Prozent auf 46,70 Euro im Minus und muss bei der Kursrallye der anderen Autowerte auf die Kriechspur ausweichen.

Technologietitel im Dax sowie die Wachstumswerte am Neuen Markt geraten zurzeit zusätzlich unter den Druck einer schwachen Nasdaq. Die Papiere der Siemens-Familie als auch SAP gehören eindeutig zu den Verlierern dieses Handelstages. Die Wachstumswerte im Nemax-50 geben aktuell um rund fünf Prozent auf 3378 Zähler nach.

Die Börse um 18 Uhr: Märchenstunde mit EM.TV

Die Gerüchteküche schickt die Aktie von EM.TV heute auf eine Berg- und Talfahrt. Das ist nichts für schwach Nerven. Die Aktien des Filmlizenzhändlers notierten nach anhaltenden Pleite-Gerüchten heute Vormittag auf einem Jahrestief von 17,58 Euro. Zeitweilig betrug das Minus knapp 20 Prozent, nachdem die Aktie bereits gestern mit großen Verlusten aus dem Handel gegangen war.

Gerüchte am Nachmittag ließen den Kurs der Aktie dann blitzschnell ansteigen. Demnach heißt es, die Kirch-Gruppe wolle das Schwergewicht am Neuen Markt übernehmen. Die Gespräche darüber könnten bereits in dieser Woche abgeschlossen sein.

EM.TV und die Kirch-Gruppe schweigen zu den Spekulationen. Die "Märchenstunde", wie ein Händler gestern das Geschehen um EM.TV bezeichnete, geht also vorerst weiter. Man darf auf das Ende der Geschichte gespannt sein.

Gegenwärtig profitiert der Wert jedenfalls deutlich von den Gerüchten und kann sein Minus auf rund vier Prozent bei 21,48 Euro reduzieren.

Börse um 16.50 Uhr: US-Konkjunktur-Zahlen drücken Stimmung

Der US-Wirtschaft droht nach jüngsten Daten doch noch eine harte Landung - das mögen die Anleger nicht. In den USA sind die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im Oktober mit einem Minus von 5,5 Prozent deutlich schlechter als erwartet ausgefallen. Wall-Street-Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,2 Prozent gerechnet. Zugleich sinkt nach jüngsten Zahlen das Vertrauen der Verbraucher in die amerikanische Wirtschaft.

Bereits diese beiden Nachrichten verunsichern die Anleger und Investoren in den USA. Sie befürchten nun doch noch eine harte Landung der US-Wirtschaft und halten sich an der Börse zurück. Vor allem die Nasdaq gibt deutlich nach.

Zusätzlich drücken Gerüchte die Stimmung an den Aktienmärkten: So ist durchgesickert, dass die Zahlen für das Bruttosozialprodukt ebenfalls schlechter als erwartet ausfallen sollen. Statt um 2,7 Prozent werde die US-Wirtschaft nur noch ein Wachstum von 2,3 Prozent ausweisen.

Unter der gedrückten Stimmung leiden mehrere US-Technologie-Aktien: Microsoft, Hewlett Packard, Intel und IBM notieren zwischen zwei und vier Prozent im Minus.

Das bleibt nicht ohne Wirkung auf die Tech-Titel im Dax: Die Papiere der Siemensfamilie gehören ebenso zu den Verlierern wie SAP-Titel. Letztere bilden mit einem Minus 6,68 Prozent weiter das Schlusslicht im Dax.

Die Börse um 15 Uhr: US-Futures weisen nach unten

Der Dienstag bereitet Anlegern keine Freude. Und die Wall-Street-Futures zeigen ebenfalls nach unten. Der Dax hat seine Verluste bis zum späten Mittag auf 1,22 Prozent ausgebaut. Auch bei den Wachstumswerten zeigt der Index weiter nach unten. Der Nemax-50 notiert bei minus 4,65 Prozent auf 3397 Zählern.

An der Wall Street zeigt auch der Nasdaq-Future deutlich nach unten. Ein Aufbäumen an den deutschen Börsen scheint damit zumindest für heute kaum noch möglich.

In dem trüben Umfeld kann sich die Aktie von BMW gut behaupten. Die Aktie hat sich hinter der Münchener Rück die zweite Position in der Dax-Gewinnerliste gesichert. Der Titel notiert aktuell mit fast drei Prozent im Plus.

Am unteren Ende der Liste rutscht die T-Aktie immer weiter nach unten. Nachdem sich die Telekom am Vormittag noch behaupten konnte, sackt das Papier nun um 3,47 Prozent und notiert mit 38,68 Euro wieder weit unter der 40-Euro-Marke.

Bei den Wachstumswerten im Nemax-50 können sich nur vier Titel im Plus halten. Ricado prescht mit fast neun Prozent davon. Dahinter folgen mit minimalen Kursgewinnen D.Logistics, Highlight Communications und Senator Entertainment. EM.TV bleibt mit einem Kursabschlag von 18,41 Prozent das Schlusslicht.

Sachsenring hält mit einem Minus von über 19 Prozent die rote Laterne im breiter gefassten Nemax-All-Share. Das Unternehmen hat heute seine Quartalszahlen präsentiert und die Erwartungen von Analysten nicht getroffen. Auf Grund von Anlaufschwierigkeiten im neuen Werk der Trasco Fahrzeuge Bremen fiel der Jahresüberschuss mit 2,5 Millionen Euro enttäuschend aus.

Die Börse um 13 Uhr: DaimlerChrysler nähert sich wieder dem Allzeittief

Der Dax kann sich wieder etwas fangen und hat sein Minus auf 0,6 Prozent notiert. Damit steht der Punktestand bei 6656 Zählern. Der Nemax-50 verliert weiter und gibt 4,32 Prozent auf 3409 Punkte ab.

Größter Verlierer bleibt SAP mit einem Abschlag von 6,3 Prozent. An der Spitze kann sich die Münchener Rück etablieren. Goldman Sachs hatte am Morgen seine Kaufempfehlung für den Versicherungsriesen bekräftigt. Der Aktienkurs profitiert kräftig von der Einstufung: Der Titel gewinnt über vier Prozent auf 379 Euro.

Volkswagen musste einen Großteil seiner Gewinne wieder abgeben und notiert nur noch mit 1,12 Prozent im Plus. Besser macht es BMW. Der Aktienkurs des Münchener Autobauers steigt um 1,6 Prozent auf 36,10 Euro.

DaimlerChrysler nähert sich wieder seinem Allzeittief vom 22. November (45,25 Euro). Derzeit notiert die Aktie 3,39 Prozent im Minus auf 45,60 Euro.

Bei den Wachstumswerten notieren am Mittag mit Ausnahme des Bereichs Medizin & Gesundheit alle Branchen im Minus. Besonders hart erwischt es die Telekommunikations-Branche. Der Index fällt am Mittag um 5,55 Prozent.

Die Börse um 11.30 Uhr: SAP-Kursziel drastisch heruntergesetzt

Der Dax ist wieder tief ins Minus gerutscht und notiert nun mit 6629 Punkten ein Prozent schwächer. Bei den Wachstumswerten gewinnt die Talfahrt an Dynamik. Der Nemax-50 rutscht vier Prozent ins Minus und notiert bei 3417 Zählern.

Nachdem sich die Technologiewerte am Morgen noch wacker schlagen konnten, fallen die Kurse nun beträchtlich. Allen voran verliert SAP am deutlichsten und übernimmt die rote Laterne im Dax.

Anleger reagieren auf eine Herunterstufung des Investmenthauses Salomon Smith Barney. Die Banker das Kursziel der Aktie von 175 auf 125 Aktie heruntergesetzt. Gründe wurden nicht genannt. Die schlechte Bewertung lastet heute wie Blei auf dem Aktienkurs.

Auch die anderen Tech-Titel wie Siemens, Infineon, Epcos und Deutsche Telekom bauen ihre Verluste am Vormittag aus.

Ganz oben im Dax präsentiert sich am Vormittag die Münchener Rück, Metro und Volkswagen.

Bei den Wachstumswerten im Nemax-50 können sich nur noch acht Titel im Plus halten. Ricardo kann die Spitze mit einem Aufschlag von 4,5 Prozent verteidigen. Der einstige Börsenstar EM.TV baut seine Verluste mit einem Abschlag von 20 Prozent aus.

Die Börse um 10.30 Uhr: Gerüchte belasten den EM.TV-Kurs

Der Dax hat sich aus der Verlustzone wieder emporgearbeitet und notiert nervös nahe dem Vortagesschlusskurs von 6681 Punkten. Der Nemax-50 bleibt dagegen im Minus gefangen. Der Blue-Chip-Index unter den Wachstumswerten notiert mehr als zwei Prozent niedriger bei 3486 Zählern.

Im Dax hat sich Linde mit einem Plus von 2,40 Prozent an die Spitze der Gewinner geschoben. Der Handel bei den Standardwerten verläuft ruhig. Auch Branchentrends lassen sich nur schwer deuten. Von den Technologieunternehmen konnten sich Siemens und Epcos wieder leicht in die Gewinnzone arbeiten. SAP trägt mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent am Vormittag die rote Laterne.

Mehr Bewegung gibt es wieder bei den Wachstumswerten. Von den Schwergewichten muss vor allem EM.TV wieder Federn lassen. Am Montagabend kursierten Gerüchte an der Börse, dass das Unternehmen unter Liquiditätsschwierigkeiten leiden würde. Dies wurde jedoch dementiert. Die Anleger verkaufen dennoch, die Aktie fällt um knapp sieben Prozent.

Ricardo kann wie schon am Vortag von der Fusion mit QXL profitieren. Die Aktie nimmt wieder die Spitze in der Gewinnerliste mit einem Aufschlag von annähernd acht Prozent ein.

Die Börse um 9.30 Uhr: Schadensersatzklage belastet DaimlerChrysler

Der Dax hat bis 9.30 Uhr 0,44 Prozent auf 6667 Punkte verloren. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben annähernd zwei Prozent auf 3493 Zähler ab.

Die optimistischen Prognosen von gestern, dass sich ein Ende der Korrekturphase abzeichne, sind heute schon wieder vergessen. Vor allem die Technologiewerte müssen die Gewinne vom Vortag wieder abgeben.

Die größten Dax-Verlierer sind SAP, Infineon und Schering. Auch DaimlerChrysler, Siemens, Epcos und die Deutsche Telekom geben mehr als ein Prozent ab. Zu den Gewinnern zählen wie schon in der vergangenen Woche die defensiven Titel wie Thyssen Krupp und Volkswagen.

Im Blickpunkt der Anleger steht am Dienstag wieder die Autoschmiede DaimlerChrysler. Angesichts einer Schadensersatzklage des amerikanischen Großaktionärs Kirk Kerkorian erwarten Marktbeobachter, dass die Aktie noch stärker unter Druck gerät.

Im Nemax-50 scheint die Kursrallye von Pandatel vorerst beendet. Der Titel markiert im frühen Handel mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent das Schlusslicht.

Die Börse um 8.30 Uhr: Wachstumswerte wieder unter Druck

Nachdem die deutschen und die amerikanischen Aktienmärkte am Montag mit Schwung in die Woche gestartet sind, drehte die Stimmung im späten Handel. Die Hoffnungen auf eine dauerhafte Erhoilung sind damit erneut zerschlagen worden.

Es scheint, als ob Anleger sofort Gewinne mitnehmen und noch nicht an eine Trendwende glauben möchten. Erschwerend kommen die gemischten Vorgaben aus den USA hinzu, die ebenfalls auf einen übernervösen Markt deuten.

Der Dienstag wird an der Börse deshalb etwas schwächer erwartet. Vor allem der Nemax dürfte wieder unter Druck stehen. Auf Grund der BSE-Krise könnten jedoch einige Biotechnologiewerte wieder profitieren. Am Montag hatten bereits Eurofins Scientific und die November AG deutlich zulegen können. Die beiden Unternehmen arbeiten an Analysesystemen für Lebensmittel.