Börsenblick Aktienmärkte am Gängelband der Wall Street

Der kurze Silberstreif am Börsenhimmel ist schon wieder verschwunden. Dax und Nemax hängen am Gängelband der New Yorker Börsen. Dort dreht die Stimmung und prompt fallen auch die Kurse in Deutschland.

Frankfurt am Main - Die Hängepartie bei den US-Wahlen zerrt an den Nerven der Anleger und damit Dow und Nasdaq wieder nach unten. Der Dow Jones verliert knapp ein Prozent auf 10.397 Zähler. Die Nasdaq nähert sich mit Verlusten von 2,8 Prozent auf 2790 Punkten bedrohlich nahe der wichtigen charttechnischen Widerstandlinie von 2750 Zählern.

Mit im Abwärtssog befinden sich die deutschen Aktien. Der Dax gibt gegenwärtig 2,62 Prozent auf 6503 Zähler nach. Die Verluste des Nemax-50 betragen knapp zehn Prozent auf 3119 Punkte.

Besonders hart trifft es im Dax die Aktie von SAP, die arg unter der schlechten Stimmung in Amerika leidet. Die Vereinigten Staaten sind für die Softwareschmiede ein wichtiger Markt. Aktuell verliert die Aktie mehr als zehn Prozent auf rund 172 Euro.

Händler begründen den rapiden Kursverfall auch mit Stop-Loss-Verkäufen zahlreicher Anleger. Als der Titel die Marke von 180 Euro unterschritt, flogen SAP-Papiere zuhauf aus dem Depot.

Börse um 15.45 Uhr: Infomatec profitiert von neuen Köpfen

Neue Köpfe sollen der in Verruf gekommenen Infomatec auf die Beine helfen. Risikofreudige Anleger begrüßen den Wechsel im Aufsichtsrat: Die Aktie gehört aktuell zu den drei Gewinnern im Nemax-50.

Neuer Chef im Aufsichtsrat des Software-Unternehmens ist jetzt Wolfgang Klüver. Das Gremium hat angeblich auch einen neuen Vorstand zusammengestellt. Der alte sitzt bekanntlich in Haft. Ihm wird Kursbetrug vorgeworfen. Der Markt honoriert den personellen Neuanfang mit Kurszuwächsen von zuletzt 4,30 Prozent auf 2,66 Euro.

Der Rücktritt eines Vorstandsmitgliedes der angeschlagenen Softmatic kann die Aktie des Unternehmens indes nicht beflügeln. Der Titel verlor zuletzt rund neun Prozent auf 3,50 Euro.

Mit Eröffnung der Börsen in New York können Dax und Nemax unterdessen ihre Verluste verringern. Aktuell notiert der Dax noch mit 1,74 Prozent im Minus. Beim Nemax-50 sind es 5,5 Prozent. Dow und Nasdaq starteten schwach. Aktuell beträgt das Minus bei beiden Indizes nur noch 0,4 Prozent.

Börse um 14.15 Uhr: Schlechte Vorzeichen

Wer auf auf eine deutliche Erholung der Aktien am Nachmittag hofft, sieht sich getäuscht: Die Futures der amerikanischen Börsen zeigen nach unten. Der Nemax rutscht weiter ab. Mehrere Firmen sagen ihren Börsengang ab.

Vor allem Großinvestoren verkaufen und versuchen zu retten, was zu retten ist. Der Nemax-50 verliert momentan mehr als acht Prozent. Bis zum Jahresende rechnen Experten mittlerweile mit einem weiteren Rückgang von bis zu 20 Prozent. Sie halten viele Werte noch für überteuert.

Zu den größten Verlierern im Nemax-50 zählen zurzeit die Papiere des Schwergewichts Intershop. Die Titel stürzen derzeit mit rund 16 Prozent in den Keller.

Zu der Untergangsstimmung passen folgende Meldungen: Die Royalty Pharma verschiebt ihren Börsengang am Neuen Markt. Ein neuer Termin für das Going Public ist noch nicht in Sicht. Die United Business Communications aus Lübeck hat ihren Börsengang für dieses Jahr ebenfalls abgesagt. Auch der Internet-Service-Provider weiss noch nicht, wann er es wagen soll.

Schließlich hat Comtrade die Zeichnungsfrist verlängert und zugleich die Preisspanne auf vier bis sechs Euro gesenkt. Ursprünglich betrug sie 5,75 bis 6,75 Euro. Gleichwohl halten das Unternehmen und die Konsortialbanken am Börsengang am 24. November fest. Hoffentlich gibt das keine böse Überraschung.

Börse um 12.45 Uhr: Rot,Rot, Rot

Fällt der Nemax-50-Index noch in dieser Woche auf 2.500 Punkte? Einige Charttechniker hoffen das: Nur nach einer echten panikartigen Verkaufswelle können die Technologie-Werte wieder steigen, meinen sie.

Die Charttechniker legen ihre Lineale weg. Linien zeichnen macht für sie bei diesem Ausverkauf heute keinen Sinn mehr. Dafür hoffen sie auf ein noch stärkeren "Sell-off", der wie ein reinigendes Gewitter durch den Markt fegt und Investoren danach endlich wieder für die spekulativen Technologie-Werte interessiert.

Deshalb soll der Nemax-50 deshalb möglichst schnell auf 2.500 Punkte zurück fallen, heisst es im Markt.

Sie könnten Recht haben. Mit dem schleichenden Wertverlust, der an Tagen wie heute seine Höhepunkte setzt, ist weder Kaufinteressenten noch Aktienbesitzern gedient. Keiner wagt zu investieren. So wird das nie etwas mit der Jahresend-Rallye.

Börse um 12 Uhr: Fehlstart von Telefonica Moviles

Fast schon Oktober-Verhältnisse Ende November: Tiefrote Zahlen am Neuen Markt, rote Zahlen unter den weniger spekulativen Werten im Dax.

Auch in anderen Ländern Europas sieht es kaum besser aus. Einen kräftigen Reinfall erlebt der spanische Telefongigant Telefonica. Der mit Spannung erwartete und für heute angesetzte Börsenstart der Mobiltochter Telefonica Moviles ging schief.

Zum Kurs von 11 Euro - und damit billiger als erwartet - wurde die Aktie ausgegeben - und bei eben genau 11 Euro verharrt der Wert hartnäckig. Das trifft natürlich vor allem die Mutter Telefonica, denn auch die Spanier brauchen das Geld dringend für UMTS.

Börse um 11 Uhr: Kein Gewinn mit guten Zahlen

Der Index der 50 größten Werte am Neuen Markt verliert gegenwärtig 5,21 Prozent auf 3277 Punkte. Damit fällt der Nemax-50 auf ein neues Jahrestief. Der Ausverkauf nimmt kein Ende, das Vertrauen in die Wachstumswerte ist verloren.

Selbst Unternehmen, die heute gute Zahlen vorgelegt haben, müssen ihre Gewinne wieder abgeben. D. Logistics, der Shootingstar in der Logistikbranche, steigerte seinen Umsatz in den vergangenen neun Monaten um 400 Prozent und das Ergebnis um 318 Prozent. Der Titel legte zunächst um rund fünf Prozent zu, fällt dann aber wieder auf sein Vortagsniveau zurück.

Gleiches gilt für Lipro. Der Anbieter von Logistik Software hat seine Planzahlen deutlich übertroffen. Die Aktie gewinnt zunächst deutlich an Fahrt, muss aber kurz darauf nahezu die Hälfte seiner Gewinne wieder abgeben. Gegenwärtig notiert der Wert mit 2,74 Prozent auf 15 Euro im Plus.

Börse um 9.45 Uhr: Sentimental erwischt Fehlstart

Die deutschen Aktien sind mit Verlusten in den Tag gestartet. Epcos führt nach Vorlage seiner Zahlen die Gewinnerliste im Dax an. Neue Sentimental Film erwischt einen Fehlstart am Neuen Markt.

Epcos hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Siemens-Tochter hat sowohl ihre Gewinne im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr deutlich gesteigert. Auch der Gewinn je Aktie fällt höher aus, als Analysten dies erwartet haben. Die Börse honoriert die guten Nachrichten mit Kursaufschlägen. Das Papier legt gegenwärtig 2,14 Prozent auf 91,50 Euro zu.

Der Ausblick von Epcos fällt nach ersten Meldungen für Technologiwerte allerdings vergleichsweise verhalten aus. Epcos rechnet mit einem Wachstum von etwa 25 Prozent.

Nachrichten über Schwierigkeiten bei der Handyproduktion von Siemens gerade vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft drücken den Kurs der Aktie um 1,24 Prozent auf rund 127 Euro.

Die Papiere der Deutschen Telekom sinken nach der Ankündigung, dass sich der Konzern nun auch an der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Frankreich nicht beteiligen wird. Die Telekom spart damit natürlich Geld in einem risikoträchtigen Geschäftsfeld. Andererseits widerspricht sie damit ihrem Anspruch, ein Global Player zu werden. Und der Telefonmarkt in Frankreich gilt als einer der wichtigsten Telekommärkte in Europa. Die Anleger interpretieren die Entscheidung eher negativ. Die Aktie reagiert mit Kursabschlägen.

Gestern hatte sich die Neue Sentimental Film auf dem Weg zum Neuen Markt wohl auf der Autobahn verfahren und den Börsengang auf heute verschoben. Spaß beiseite - der um einen Tag verschobene Börsengang konnte dem Vertrauen in die Aktie nur schaden.

Der Titel wurde heute morgen mit neun Euro erstmals notiert und liegt damit drei Euro unter dem Ausgabepreis. Der Going Public droht zum Flop zu werden. Zurzeit liegt der Kurs der Aktie bei 9,30 Euro.

Börse um 8.15 Uhr: Keine klaren Vorgaben

Die New Yorker Börsen liefern heute keine klaren Vorgaben für den Handelstag in Deutschland. Der Dow schloss leicht im Plus, die Nasdaq leicht im Minus. Mit Spannung werden in Deutschland heute die Zahlen von Epcos erwartet.

Nach der jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Florida hält der Wahlkrimi in den USA an. Die Börsen in New York werden noch spätestens bis Montag mit dieser Unsicherheit leben müssen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Hängepartie nicht weiter auf die deutschen Aktienmärkte abfärben wird. Klare Vorgaben liefert die Wall Street für den Handelstag am Mittwoch nicht. Der Dow Jones schloss mit 0,3 Prozent leicht im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq konnte die Widerstandslinie von 2800 Punkten halten und beendete den Handel mit einem Minus von 0,15 Prozent auf 2871 Zählern.

In einen wahren Verkaufsog waren allerdings Internetwerte geraten. Yahoo schlossen nach einer Abstufung mit einem Minus von knapp 15 Prozent. AOL und Amazon.com folgten dem Abwärtssog. Dies dürfte heute auch die deutschen Internetwerte belasten.

Im Zentrum des Interesses werden allerdings die Jahreszahlen der Siemens-Tochter Epcos stehen. Der Bauelemente-Hersteller hat ein Rekordjahr hinter sich. Analysten rechnen nahezu mit einer Verdreifachung des Gewinns. Viele Analysten halten die Aktie trotz mieser Stimmung am Tech-Markt auch in Zukunft für aussichtsreich und empfehlen das Papier weiter zum Kauf. Das Unternehmen, das sich vor Aufträgen kaum retten kann, werde in Zukunft weiter vom Mobilfunkmarkt profitieren.

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