Börsenblick Worldcom schlägt Wellen

Der Tag hört nicht so schlecht auf wie befürchtet. Aber wenn der Telekommunikations-Riese Worldcom heute abend in New York nicht mehr die Kurve kriegt, siehts morgen für die europäischen Branchenkollegen düster aus.

Frankfurt am Main - Die Umsatz- und Gewinnwarnung des US-Telekom-Riesen Worldcom sowie seine negative Einschätzung des gesamten Marktes lässt die Großen in Europa nicht kalt.

Wo man auch hinschaut, die Telekom-Werte stehen unter Druck. Die deutsche Telekom verlor zuletzt 3,5 Prozent. Telecom Italia, France Telecom, British Telecom - auch sie mussten Federn lassen. Hart erwischte es Vodafone. Und nicht zuletzt die Papiere von AT&T, des unmittelbaren Konkurrenten von Worldcom, gaben deutlich ab.

Hoffentlich können sich die Papiere von Worldcom in New York noch fangen. Sonst könnte es morgen für die Telekomwerte in Europa sehr eng werden.

Die Börse um 17 Uhr: Jetzt wird abkassiert

Der Branchenprimus Deutsche Bank legt hervorragende Zahlen vor. "Besser geht's nicht", sagen die Anleger und sacken die Kursgewinne ein. Das Papier der Bank fällt ins Minus.

Die Neunmonatszahlen der Großbank sind prächtig und die Analysten verzaubert. Ihre Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Zwar bewerten mehrere ihrer Kollegen die Papiere des deutschen Branchenriesen auf "Kauf". Doch viele Anleger bekommen zittrige Hände, können sich weitere Kurssteigerungen nicht mehr vorstellen.

Jetzt werden die Kursgewinne eingesackt. In den vergangenen Tagen betrugen sie immerhin rund zwölf Prozent. Die Anleger verkaufen und steigen in andere gute Papiere mit Kurspotential um - zum Beispiel in Autotitel. Die führen weiter unangefochten die Gewinnerliste im Dax an.

Die Börse um 13 Uhr: Nur die Autowerte rollen

Brotzeit an der deutschen Börse. Das Geschäft ist zäh und von vorsichtiger Zurückhaltung der Anleger geprägt. Nur die Autowerte rollen.

Der deutsche Aktienmarkt macht derzeit keine großen Sprünge wie in der vergangenen Woche. Das liegt nicht etwa daran, dass das Halloween-Gespenst auf dem Parkett Überstunden macht. Nein, die Anleger beschränken sich auf die fundamentalen Daten.

Dabei stellen sie fest, dass Autowerte in der Vergangenheit vernachlässigt wurden und jetzt zugleich günstig zu haben sind. DaimlerChrysler, Volkswagen und BMW sind gefragt. Auch wenn der Inlandsabsatz der Konzerne sich weniger glänzend darstellt, im Ausland läuft es um so besser. Diese Erkenntinis setzt sich durch und steigert die Kauflust: Die Autowerte rollen wieder.

Die Börse um 10 Uhr: Anleger trauen Nasdaq nicht

Die Technologiebörse Nasdaq lieferte fantastische Vorgaben. Doch Anleger und Börsianer scheinen dem Braten nicht zu trauen. Technologiewerte dümpeln vor sich hin oder rutschen sogar ins Minus. Hier werden wohl erst mal die Gewinne der Vergangenheit verdaut. Brain-Anlegern fühlen sich angeschmiert.

Epcos und SAP verzeichnen nur geringfügige Zuwächse. Infineon und Siemens notieren sogar im Minus.

Auch am Neuen Markt sieht es nicht rosig aus. Der Nemax-50 rangiert im Minus. Intershop kann nach seinem gestrigen Kurssturz nur leicht an Boden gewinnen.

Und Brain International wird vom Markt gnadenlos abgestraft. Das Papier verliert mehr als 40 Prozent seines Wertes. Das Unternehmen hat seine Verluste in den vergangenen neun Monaten mehr als vervierfacht und wird auch das ganze Geschäftsjahr tiefrote Zahlen schreiben.

Da müssen sich Anleger um ihre Investitionen gebracht, wenn nicht gar verschaukelt fühlen. Vollmundige Ankündigungen, die nicht gehalten werden, lassen Zweifel an der Kompetenz des Brain-Vorstandes aufkommen.

Der Markt für Technologiewerte bleibt angespannt. Wenn sich bei den Großen nicht langsam Gewinne und bessere Zahlen abzeichnen, wird es auch für die Werte in der zweiten und dritten Reihe enger.

Die Börse um 8 Uhr: Hiobsbotschaft von Brain

Die Nasdaq in New York feiert ihre Wiedergeburt. Das sollte die Technologie- und Wachstumswerte in Deutschland antreiben.

Die Nasdaq schloss mit einem satten Plus von 5,58 Prozent. In New York haben Schnäppchen-Jäger wegen der gesunkenen Titel so manch guten Kauf gemacht. Cisco Systems, Nortel und JDS Uniphase profitierten dabei ganz offensichtlich von den guten Nachrichten des französischen Telekomausrüsters Alcatel. Und auch die Technologiewerte in Tokio zeigten sich darauf erheblich fester.

Doch die Kette der Hiobsbotschaften am Neuen Markt reißt nicht ab. Nachdem die Papiere der Softwareschmiede Intershop nach neuen Quartalszahlen am Dienstag Abend abgestürzt waren, liefert Brain International gleich die nächste schlechte Nachricht. Der Softeware-Anbieter hat bei stagnierenden Umsätzen in den vergangenen neun Monaten einen viermal so hohen Verlust wie im Vorjahreszeitraum eingefahren.

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