Börsenblick Dax in sicheren Gewässern

Der Dax segelt sicher in tiefen Gewässern. So gut sah es schon seit Wochen nicht mehr aus. Die Marke von 7000 Punkten erweist sich als widerstandsfähig.

Hamburg - Es fließt wieder mehr Geld in den Markt. Investiert und angelegt wird auf breiter Ebene. Von den 30 Werten liegen nur zwei im Minus. Das dokumentiert ein starkes Vertrauen der Anleger. Und das gilt nicht nur für Werte der "Old Economy". Auch Technologietitel wie Infineon und SAP profitieren zum Abend davon und zählen ebenfalls zu den Gewinnern.

Zugleich profitiert der deutsche Aktienmarkt von Nachrichten aus den USA. Denn wenn US-Verbraucher ihrer Wirtschaft weniger vertrauen, ist das gut für den deutschen Aktienmarkt. Und der jüngste US-Vertrauens-Index signalisiert eben eine Abkühlung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Damit verringert sich der Druck für Zinserhöhungen, und Inflationsängste gehen zugleich zurück. Das kommt den deutschen Aktienmärkten zu Gute.

Die Börse um 17 Uhr: Nemax taumelt trotz starker Nasdaq

Sonst immer im Schlepptau der New Yorker Börsen, können sich die Wachstumswerte nicht aus ihrem Stimmungstief befreien. Während die Nasdaq satte Gewinne verzeichnet, verharrt der Nemax-50 in Depression.

Die Kaufluste bei Schwergewichten und High-Tech-Werten bröckelt weiter. Mobilcom verliert fünf Prozent, T-Online knapp vier.

Intershop rutschen mit rund sieben Prozent in den Keller. Kurz vor Veröffentlichung der Quartalszahlen scheinen die Anleger das Zähneklappern zu bekommen. Es wird verkauft.

Die Stimmung ist angespannt. Wer dann noch mit einer Gewinnwarnung schockt oder Verluste ausweist, wird vom Markt gnadenlos abgestraft. Softing und Brokat sind heute zwei weitere Beispiele dafür.

Die Börse um 15.30 Uhr: Autowerte mit Kurssprüngen

Totgesagte leben länger: Nachdem die Autowerte über lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, überraschen sie nun mit ordentlichen Kurssprüngen. "Anleger suchen Qualität", heißt es dazu auf dem Börsenparkett. Und die Qualität gibt derzeit eher bei DaimlerChrysler, BMW oder Volkswagen als bei der Telekom.

Ganz anders dagegen die Situation bei Singulus. Das Unternehmen hatte erst am Montag seine Umsatzprognosen deutlich angehoben. Anleger reagierten jedoch verwirrt auf die eingeschränkten Wachstumsfantasien und ließen den Aktienkurs einbrechen. Die Talfahrt scheint nun jedoch ein Ende gefunden zu haben.

Nachdem der Titel am Morgen noch mit mehr als zehn Prozent im roten Bereich notierte, reduzierte sich das Minus im Handelsverlauf auf sieben Prozent.

Die Börse um 12.30 Uhr: Telekom geht durch ein Tal der Tränen

Der wachsende Schuldenberg der Deutschen Telekom beunruhigt die Anleger. Zwar hat der rosa Riese mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen die Erwartungen der Analysten erfüllen könen, doch wächst die Angst vor der Höhe der Abschreibungen.

"Die Telekom geht in diesem Jahr an der Börse durch ein Tal der Tränen", heißt es am Markt. Allgemein wird der Wert jedoch immer noch als ein gutes Langzeit-Investment gesehen. Die heutigen Kursverluste von anähernd drei Prozent werden auch auf Gewinnmitnamen zurückgeführt, nachdem die Aktie in den vergangenen Tagen gut zugelegt hat.

Die Börse um 10.30 Uhr: Gewinne mit defensiven Titeln

Die Gewinnerliste im Dax zeigt, wo es langgeht: Linde und ThyssenKrupp übernehmen mit einem Kursplus von über drei Prozent die Spitze. Die Seitwärtstendenz der "Old Economy" scheint ein Ende gefunden zu haben.

Anders die Situation am Neuen Markt. Die spekulativen Titel brechen weiter weg. Vor allem Unternehmen, die ihre Prognosen nicht einhalten können, werden weiterhin gnadenlos abgestraft. Heute ist es Softing. Statt eines Gewinns von über drei Millionen Mark meldet die Firma ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Kurs bricht um knapp 20 Prozent ein.

Die Börse um 9 Uhr: Umschichten in konservative Titel

Die Unsicherheit und Nervosität bei den Technologiewerten hält an. Anleger werden vermutlich auch heute wieder umschichten, also Hightech-Titel verkaufen und bei den defensiven Titeln einsteigen.

Ob die Autowerte wieder davon profitieren können, ist fraglich. DaimlerChrysler sollte unter einer Herabstufung von Lehman Brothers leiden. Das Bankhaus erklärte, dass die jüngst vorgelegten Zahlen schlechter ausgefallen seien, als erwartet. Das Kursziel wurde dementsprechend erneut gesenkt.

Mit Spannung wird das Börsendebüt von Borussia Dortmund erwartet. Zum ersten Mal wird in Deutschland ein Fußballclub den Gang an die Börse wagen. Das Anleger-Interesse im Vorfeld der Erstnotiz war eher verhalten. Der Ausgabepreis liegt bei elf Euro, das ist am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne.

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