Bieterkampf sorgt für Kurssprung Finanzinvestor Hellman & Friedman legt bei Zooplus nach

Bieter-Wettkampf um Zooplus: Der Finanzinvestor Hellman & Friedman hat sein Gebot für den Online-Anbieter für Haustierbedarf erhöht. Die Aktie legt deutlich zu: Anleger spekulieren darauf, dass die weiteren Interessenten reagieren.
Begehrte Website: Der Bieterkampf um Zooplus treibt den Aktienkurs in die Höhe

Begehrte Website: Der Bieterkampf um Zooplus treibt den Aktienkurs in die Höhe

Der Bieter-Wettkampf um Zooplus kommt in Gang: Im Kampf um Zooplus hat der Finanzinvestor Hellman & Friedman seine Offerte erhöht. Geboten würden jetzt 460 Euro statt wie bislang 390 Euro, wie der Investor am späten Sonntagabend mitteilte. Damit werden die Aktien des Onlinehändlers für Tierbedarf insgesamt mit knapp 3,3 Milliarden Euro bewertet.

H&F hatte bereits Mitte August ein Gebot vorgelegt, das vom Unternehmen unterstützt wurde. Seitdem sind mit EQT und KKR zwei weitere Interessenten aufgetaucht. Zooplus bestätigte Gespräche mit den beiden Finanzinvestoren, die allerdings beide noch kein Gebot vorgelegt haben.

Der Aktienkurs von Zooplus stieg wegen der Verhandlungen von Zooplus mit den beiden Investoren bereits deutlich über das bisherige H&F-Gebot. Am Freitag kostete die bald im MDax notierte Aktie 434 Euro.

Als erster Bieter hatte Mitte August der US-Finanzinvestors Hellman & Friedman eine Offerte gemacht, er bietet den Zooplus-Aktionären 390 Euro je Aktie in bar. Das Angebot entspricht einer 40-prozentigen Prämie auf den Schlusskurs vom Vortag der Offerte, mit einer Bewertung von 2,8 Milliarden Euro wurde es von vielen Analysten als sehr hoch eingestuft.

In der vergangenen Woche bestätigte Zooplus dann, dass auch die schwedische Investorengruppe EQT Interesse habe. Der Ausgang sei aber noch offen. Auch bei KKR ist laut der Stellungnahme von Zooplus nicht sicher, dass das Interesse auch in einem formellen öffentlichen Angebot endet. Beide Parteien seien mit einem "aus finanzieller und strategischer Sicht qualifizierten und glaubhaften Vorschlag" an die Gesellschaft herangetreten und erhielten daher Zugang zu Informationen.

Haustierbedarf boomt

Die Branche für Haustierbedarf kann sich dank der Corona-Krise über eine boomende Nachfrage freuen. Denn viele Menschen hatten sich während der Pandemie Haustiere zugelegt. Dies treibt auch das Geschäft von Zooplus seit einigen Quartalen an. Im abgelaufenen zweiten Jahresviertel steigerte das Unternehmen die Zahl der aktiven und wiederkehrenden Kunden und legte auch mit seinem Abo-Modell deutlich zu.

Allerdings war das Umsatzwachstum nicht ganz so stark wie im Vorfeld der Mitte August vorgelegten Quartalszahlen erwartet. Zudem lasteten die Rohstoff- und Containerknappheit sowie die höheren Marketingausgaben auf den Ergebnissen. Dabei übertraf das rückläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 17,7 Millionen Euro aber die Erwartungen der Analysten, die mit einem stärkeren Rückgang gerechnet hatten.

Dank des Corona-Effekts hatte die Zooplus-Aktie bereits vor der Hellman-Friedman-Offerte zu den großen Gewinnern gehört. Zwar waren die Papiere mit dem Börsen-Crash im März 2020 auf 65 Euro gefallen, aber von Ende Januar 2020 - also bevor die Corona-Pandemie ausgebrochen ist. Inzwischen beläuft sich der Kursanstieg auf fast 440 Prozent. Mit der coronabedingten Rallye und dann zuletzt der Übernahmeofferte konnte Zooplus eine jahrelange Schwächephase an der Börse abhaken.

cr/dpa-afx