Bieterkampf Zooplus begrüßt Angebot von EQT

Der schwedische Finanzinvestor EQT hat ein teureres Übernahmeangebot für Zooplus vorgelegt. Die Aktionäre können jetzt zwischen dieser Offerte und der von Hellman & Friedman wählen. Der Vorstand zeigt eine klare Präferenz.
Lachender Dritter: Zooplus-Gründer Cornelius Patt kann zwischen zwei konkurrierenden Angeboten wählen

Lachender Dritter: Zooplus-Gründer Cornelius Patt kann zwischen zwei konkurrierenden Angeboten wählen

Foto: Zooplus

Im milliardenschweren Rennen um den Münchner Online-Tierbedarfshändler Zooplus hat sich der Finanzinvestor EQT an die Spitze gesetzt. Die Schweden kündigten in der Nacht zum Samstag ein Übernahmeangebot über 3,6 Milliarden Euro einschließlich Schulden an und übertrumpfte damit den US-Rivalen Hellman & Friedman (H&F). Dessen Angebot an die Zooplus-Aktionäre über 460 Euro je Aktie läuft noch bis zum 12. Oktober, EQT bietet nun 470 Euro. Beide wollen mindestens 50 Prozent der Zooplus-Aktien einsammeln.

Der Zooplus-Vorstand lobte unter Verweis auf die Interessen der Aktionäre umgehend die Schweden: Er wolle "den Wert für seine Aktionäre maximieren und gleichzeitig einen finanziellen und strategischen Partner finden, um den eigenen Wettbewerbsvorsprung zu stärken und die Marktführerschaft auf dem wachsenden und sich schnell wandelnden europäischen Heimtiermarkt auf lange Sicht auszubauen". Das 1999 gegründete Unternehmen ist bereits in gut 30 europäischen Ländern aktiv. Dazu müsse man in Digitalisierung, Logistik und ein breiteres Angebot investieren, was zunächst auf Kosten der Rendite gehen könne, erklärte Zooplus - "eine Strategie, die EQT voll unterstützt". Der Fonds habe erhebliche Investitionen in Aussicht gestellt. Gleichwohl teilte das Unternehmen mit, das Angebot zunächst sorgfältig zu prüfen.

Der Zooplus-Vorstand um Firmengründer Cornelius Patt hatte selbst seit dem Frühjahr Ausschau nach einem Investor gehalten, mit dem man das Wachstum und die Expansion ins Ausland beschleunigen könnte. Zunächst hatte man sich mit H&F geeinigt, doch das rief die Beteiligungsgesellschaften KKR und EQT auf den Plan, die mehr Geld in Aussicht stellten. Nachdem H&F die Offerte kräftig aufgestockt hatte, erklärte KKR seinen Rückzug. EQT hatte sich bisher bedeckt gehalten.

Hellman & Friedman kann noch nachziehen

Die Schweden betonten nun ihre Erfahrungen mit Investments im Heimtierbereich - von einem Tierarztnetzwerk über einen Anbieter von Tierversicherungen in Großbritannien bis zu einem Tierbedarfshändler in Skandinavien. "EQT beobachtet die Entwicklung von Zooplus seit langem", sagte EQT-Partner Johannes Reichel. "Wir sind beeindruckt vom erstklassigen Kundenstamm von Zooplus und von der - dank eines hervorragenden Produktangebots - in vielen Märkten marktführenden Position." Wie H&F will auch EQT Zooplus nach einer Übernahme von der Börse nehmen. Ohne den Druck der Aktionäre könne sich das Unternehmen besser auf seine längerfristigen Ziele konzentrieren.

Wenn die Finanzaufsicht Bafin dem Angebot zustimmt, haben die Zooplus-Investoren die Wahl zwischen zwei Offerten. H&F hat bereits Zusagen von Zooplus-Großaktionären wie der RAG-Stiftung und dem luxemburgischen Investor Luxempart erhalten, die zusammen 17 Prozent der Aktien halten. Dazu gehörte auch Vorstandschef Patt. Diese können aber bei einem konkurrierenden höheren Angebot, wie es EQT nun vorgelegt hat, umschwenken. H&F hat dann fünf Tage Zeit, zumindest nachzuziehen.

Die Zooplus-Aktionäre hatten bereits auf eine Fortsetzung des Bieterkampfs gesetzt. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie  hatte am Freitag mit 465,80 Euro über dem H&F-Angebot geschlossen.

ak/Reuters
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