Mittwoch, 20. November 2019

Erstmals Pandabären in Deutschland geboren Die Panda-Zwillinge befeuern Aktie vom Berliner Zoo

Die neugeborenen Panda-Zwillinge: Fast nackt, blind und nur so groß wie ein Meerschweinchen
Zoo Berlin/Zoologischer Garten Berlin/DPA
Die neugeborenen Panda-Zwillinge: Fast nackt, blind und nur so groß wie ein Meerschweinchen

Erstmals sind in einem deutschen Zoo Pandabären geboren worden. Die sechsjährige Panda-Dame Meng Meng hat am Wochenende im Berliner Zoo Zwillinge zur Welt gebracht. Am Montagmorgen sorgte das nicht nur bei den Zoo-Mitarbeitern und potenziellen Besuchern für Glücksgefühle, sondern auch bei Aktionären: Die Aktie des Zoologischen Gartens Berlin ohne Aquarium legte um 100 Euro auf 7000 Euro zu, das ist ein Plus von 1,45 Prozent.

Bereits am 26. August, als bekannt wurde, dass die Panda-Bärin Nachwuchs erwartet, griffen Anleger bei der Aktie zu. Damals erreichte das Papier sein bisheriges Rekordhoch von 7500 Euro. Mit ein Grund für den hohen Aktienkurs ist natürlich auch die geringe Stückzahl der verfügbaren Aktien. Von den Papieren mit Aquarium gibt es nur 1000 Stück, von den Papieren ohne Aquarium immerhin 3000 Stück.

Seit dem Einzug des Panda-Pärchens vor zwei Jahren hat sich die Aktie des Zoos mehr als verdoppelt. Meng Meng und ihr Partner Jiao Qing sind eine Leihgabe aus China - allerdings eine verhältnismäßig teure: Rund eine Million Dollar zahlt der Berliner Zoo pro Jahr ins Reich der Mitte. Und Jungtiere gehören laut Vertrag Peking. Dennoch lohnt sich die Investition für den Tierpark offensichtlich: Im Jahr 2018 kamen erstmals fünf Millionen Besucher in den Zoo, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kritik von der Tierrechtsorganisation Peta

Doch die Panda-Haltung im Tierpark sieht sich auch zunehmender Kritik ausgesetzt. So kritisiert die Tierrechtsorganisation Peta beispielsweise, dass Haltung und Zucht von Pandas in Zoos rein politische und wirtschaftliche Gründe hätten, aber keinen Beitrag zum Artenschutz leisteten. Von weltweit gezüchteten Tieren seien bis 2016 lediglich sieben ausgewildert worden - und nur fünf hätten überlebt. Solche Zahlen bestätigt auch das Leibniz-Institut für Wildtierforschung.

So oder so werden sich Besucher noch etwas gedulden müssen, bis sie die Zwillinge live zu sehen bekommen. Die kleine Familie wird sich in den ersten Wochen erst einmal hinter verschlossenen Türen beschnuppern. Nur Panda-Papa Jiao Qing wird weiter in seinem zehn Millionen Euro teuren Luxusgehege im China-Look die Besucher verzaubern. Auch in freier Natur würde er sich nicht um die Aufzucht seiner Jungen kümmern.

Die Zoologische Garten Berlin AG besteht aus dem Zoo Berlin, dem Zoo-Aquarium sowie dem Tierpark Berlin und ist der älteste noch bestehende Zoo Deutschlands. Mit rund 1400 verschiedenen Tierarten gilt als einer der artenreichsten Zoos der Welt.

mit Material von dpa

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