Dienstag, 25. Juni 2019

Schock aus Großbritannien Zalando-Aktie nach Gewinnwarnung von Asos nahe Rekordtief

Zalando-Pakete: Der Onlinehändler hatte ebenfalls kürzlich seine Prognose gesenkt - war bisher für das vierte Quartal aber noch optimistisch

Nach einer Gewinnwarnung des britischen Online-Modehändlers Asos gingen die Aktien des deutschen Rivalen Zalando Börsen-Chart zeigen am Montag auf Talfahrt. Die im Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen notierten Aktien brachen um bis zu 17,8 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 20,99 Euro ein. Damit fehlt ihnen nicht mehr viel bis zu ihrem Rekordtief bei 17,01 Euro, auf das sie am 8. Oktober 2014 wenige Tage nach ihrem Börsendebüt gerutscht waren.

Die Titel von Asos sackten an der Börse in London um 38,5 Prozent auf 2574 Pence ab und erreichten den tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Briten senkten wegen schwacher Geschäfte im November ihre Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr 2018/19. Die Ergebnismarge vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll demnach nur bei 2 Prozent statt bei 4 Prozent liegen. Außerdem senkte Asos das Umsatzziel für das Gesamtjahr von 20 bis 25 auf nur noch etwa 15 Prozent - und machte eine "deutliche Verschlechterung" der Geschäftslage im November dafür verantwortlich.

Börsianern zufolge blieben die Briten im vergangenen Monat beim Umsatz und der Margenentwicklung deutlich hinter den Prognosen zurück. Ein Händler rechnet nun damit, dass die Markterwartungen für den operativen Gewinn (Ebit) im kommenden Jahr um rund die Hälfte zusammenschmelzen könnten.

Immer mehr Modehändler müssen Gewinnwarnungen aussprechen

Wenn Asos nun schon Schwierigkeiten bekomme, dann habe jede andere Einzelhandelsaktie ebenfalls ein Problem, kommentierte Analyst Neil Wilson von Markets.com die Situation. Er verwies gleichzeitig auf eine sinkende Stimmung unter den Verbrauchern. Am Montag gaben hierzulande im Sog von Asos auch die Anteile von Hugo Boss Börsen-Chart zeigen deutlich nach, ebenso Adidas Börsen-Chart zeigen und Puma Börsen-Chart zeigen.

Seit Monaten schon hagelt es im Einzelhandelssektor - und hier vor allem in der Modebranche - Gewinn- und Umsatzwarnungen in Serie. In der vergangenen Woche waren es aus Großbritannien Sports Direct und Super Dry, in Deutschland erneut Tom Tailor Börsen-Chart zeigen. Modeunternehmen mit überwiegend stationärem Handel leiden wegen der Onlinekonkurrenz schon länger. Aber auch die Onlinehändler selbst geraten immer stärker unter Druck.

"Sie haben aktuell eine schwere Zeit. Das zu warme Sommerwetter hat die Planung für die verschiedenen Saisonabläufe stark durcheinander gebracht", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Unternehmen wie Zalando spürten das in der Umsatzentwicklung, während Amazon Börsen-Chart zeigen und Co. dies durch eine stärkere Differenzierung auffingen und dadurch die Schwächen im Einzelhandelssektor abfederten.

Bei Zalando monieren Händler schon länger die Margenentwicklung und steigende Marketingausgaben. Umsatzstärke allein reicht ihnen nicht mehr. Allerdings malen nicht alle das Bild schwarz: So wirft nach Ansicht von Analyst Christain Salis von Hauck & Aufhäuser die Asos-Nachricht zwar einen Schatten auf das Einzelhandelsumfeld, aber auf Zalando lasse sich daraus nur in begrenztem Maß negative Schlussfolgerungen ziehen.

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So habe Asos zuletzt in Großbritannien und den USA, wo das Unternehmen rund 50 Prozent seiner Umsätze erwirtschafte, den Erwartungen hinterher gehinkt, während diese Märkte bei Zalando für nur 5 Prozent der Erlöse stünden. Zudem spiegelten jüngste Branchendaten für Deutschland, wo Zalando 25 Prozent Umsatz mache, eine solide Entwicklung im Oktober und November wider.

mg/rtr, dpa-afx

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