Donnerstag, 27. Juni 2019

Prognose weiter nach unten geschraubt Zalando-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein

Zum Börsengang vor fast vier Jahren war die Welt für Zalando noch halbwegs in Ordnung

Beim Modehändler Zalando kommt es schlimmer als erwartet. Das Unternehmen revidiert die leicht konkretisierte Prognose für das Gesamtjahr noch einmal deutlich nach unten. Die Aktie bricht um knapp 18 Prozent ein.

Die diesjährige Hitzewelle hat dem Modeonlinehändler Zalando zu schaffen gemacht - und zwingt ihn nun zu einer Senkung der Prognose für das Gesamtjahr. Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) würden 2018 nur noch 150 bis 190 Millionen Euro angepeilt, teilte der Konzern am Montagabend nach Börsenschluss mit. Anfang August hatte Zalando zumindest noch das untere Ende der Spanne von 220 bis 270 Millionen Euro angepeilt.

Das Umsatzwachstum werde zudem am unteren Ende der Spanne zwischen 20 und 25 Prozent liegen, nachdem man zuletzt noch von der unteren Hälfte dieser Spanne ausgegangen sei, konkretisierte das Unternehmen weiter.

An der Börse führte die Umsatz- und Gewinnwarnung zunächst zu deutlichen Verlusten. Die im MDax notierte Aktie stürzte in der Spitze um fast 18 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren ab.

"August und September 2018 waren gekennzeichnet von hohen Temperaturen in ganz Europa", hieß es zur Begründung. Dies habe die Nachfrage gedämpft und höhere Rabatte nötig gemacht. Zudem habe sich der Start der Herbst- und Winter-Saison verzögert.

Im dritten Quartal werde man voraussichtlich hinter den derzeitigen Analystenschätzungen hinterherhinken. Bereits im zweiten Quartal hatte Zalando die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Die Konkurrenz für den Modehändler könnte zudem schon bald deutlich härter werden. Die Otto-Tochter About You erhielt vor Kurzem 300 Millionen Dollar von Investoren, um schneller zu wachsen. Sie soll in etwa drei Jahren eine Milliarde Euro Umsatz erreichen, auf dem Plan steht ein Börsengang. Weiter strebt der chinesische Onlinehändler JD.com auf den deutschen Markt. Bis Ende 2018 soll die Strategie dafür stehen, verkündete CEO Richard Liu, und ein Büro in Deutschland eröffnet werden.

rei mit dpa-afx

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