Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Mumm!

Ein soziales Netzwerk mit Kurspotenzial, eine Großbrauerei im Höhenflug und ein Krisenland im Comeback-Modus. Die Show der Börsenkurse, auf die Anleger jetzt achten sollten - heute von Börsenprofi Carsten Mumm, Privatbank Donner & Reuschel.
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Griechische Aktien - im Bann der Europawahl

2014 wird für die Hellenen zur allgemeinen Bewährungsprobe. Sollte die Opposition mit ihren radikal-linken Absichten bei den kommenden Europawahlen im Mai einen Sieg davontragen, könnte in Europa erneut der Staatsbankrott Griechenlands thematisiert werden; trotz der aktuell recht guten Vorzeichen.

Im neuen Jahr werde Griechenlands Wirtschaft nach sechsjähriger Rezession wieder wachsen, so Premier Antonis Samaras. Das Land könne wieder an die Finanzmärkte zurückkehren, müsse keine weiteren Hilfskredite beantragen und so auch keine neuen Sparauflagen erfüllen. Laut Samaras werden "Ende 2014 alle das Licht am Ende des Tunnels sehen". Europas Politiker sehen darin "eine große Chance für Griechenland und für Europa".

Die aktuellen Verhandlungen mit der Troika sind aber noch in der Schwebe. Ungeklärt bleibt immer noch, wie das Land eine Finanzlücke von geschätzten 1,5 Milliarden Euro finanzieren will. Fragen zur langsamen Privatisierung, den Entlassungen im Staatsdienst sowie zur Lockerung des Kündigungsschutzgesetzes sind immer noch nahezu unbeantwortet. Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras hofft nun inständig, die Themen bis zur nächsten Sitzung der Euro-Finanzminister am 27. Januar final verhandelt zu haben.

Der griechische Athex Composite-Index scheint von den aktuellen politischen Tendenzen relativ unbeeindruckt zu sein. Das bisherige Jahresergebnis beträgt erfreuliche 4,8 Prozentpunkte. Auf Jahressicht sind es sogar 32 Prozent.

Arbeitslosigkeit - Krise in Griechenland und Spanien

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Mehr als 26 Millionen Menschen sind in der Euro-Zone weiterhin ohne Arbeit. Allen voran liegen dabei Griechenland und Spanien mit jeweils sage und schreibe knapp 27 Prozent. In allen 28 EU-Ländern liegt die Quote durchschnittlich bei alarmierenden 11 Prozentpunkten. Deutschland steht mit einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent hinter Österreich mit 4,8 Prozent noch mit am Besten da.

Die beiden südeuropäischen Krisenländer Griechenland und Spanien sind auch von der Jugendarbeitslosigkeit am härtesten gebeutelt. In Spanien sind 58 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job, in Griechenland haben 55 Prozent keine Arbeit. Fast jeder Vierte junge Mensch in Europa ist ohne feste Beschäftigung; das entspricht mehr als 5,6 Millionen Menschen. Deutschland hat dabei mit einer Quote von 7,5 Prozent die geringste Jugendarbeitslosigkeit.

Portugiesische Aktien - Rückkehr an Kapitalmarkt treibt

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Portugal stellt mit Ronaldo nun nicht nur den aktuellen Weltfußballer, sondern hat mit langläufigen Staatsanleihen aktuell über drei Milliarden Euro eingesammelt. Das Land ist seit Mitte 2011 auf internationale Kredite angewiesen, will aber ab Mai 2014 ohne Hilfsprogramm wirtschaften können. Finanzministerin Maria Luís Albuquerque teilte mit, die ausgegebene fünfjährige Anleihe mit einem Nominalkupon von 4,657 Prozent sei dreifach überzeichnet gewesen.

Durch diese Emission kann Portugal nun knapp die Hälfte seines Finanzbedarfs von 7,1 Milliarden Euro für das laufende Jahr stemmen. Im Mai 2011 hatte Portugal noch internationale Kredite in Höhe von knapp 80 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Im Gegenzug forderten damals die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sehr zum Leidwesen der dortigen Bevölkerung eine rigide und stringente portugiesische Sparpolitik, um das angeschlagene Land wieder auf Kurs zu bringen.

Die Aktien honorieren die Rückkehr an den Kapitalmarkt mit einem Zwei-Jahres-Hoch im PSI-20-Index. Dieser notiert aktuell bei knapp 7100 Punkten. Ronaldo kam im zugegebenermaßen sehr hinkenden Vergleich "nur" auf 1365 Zähler.

Euro - Stagnation gegenüber dem Dollar

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Primäres Ziel in Verbindung mit den neuen Banknoten ist es vor allem, internationalen Geldfälschern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung zu machen und ihnen in Zukunft immer einen Schritt voraus zu sein. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: "Mit dem neuen 10-Euro-Schein wird es für die Bevölkerung leichter, die Echtheit der Noten zu überprüfen. Für die Fälscher wird es hingegen schwieriger."

In den nächsten Jahren sollen nach und nach auch die übrigen Banknoten in dieser Hinsicht optimiert werden. Die Motive bleiben aber erhalten: "Auch die neuen Euro-Noten zeigen die Einheit und die Vielfalt unseres Kontinents", so EZB-Präsident Mario Draghi. Der "neue Glanz" des Bargeldes scheint aber das Buchgeld noch nicht so stark beflügeln zu können. In einem zwar seit dem 24.07.2012 intakt aufwärts gerichteten Langfristtrend tut sich die Gemeinschaftswährung seit Beginn des Jahres etwas schwer.

Der Euro kämpft seither mit der Überwindung der 1,38'er Barriere zum US-Dollar und verharrt aktuell in einer charttechnischen Keilformation.

EZB-Leitzins - Inflation kein Problem

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Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins auf seinem bisherigen Rekordtief von 0,25 Prozent. Finanzmarktexperten rechneten bereits im Vorfeld damit, dass die EZB trotz der derzeit sehr niedrigen Inflation in der Euro-Zone den Zins nicht wieder anhebt. Die kriselnde Wirtschaft soll damit weiter gestützt und stimuliert werden.

An der EZB-Referenz orientieren sich auch die Zinsen für Kreditnehmer und Sparer. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, um es etwa in Form von Krediten an Verbraucher und die Wirtschaft weiterzureichen. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an.

Das Ziel der Notenbank ist eine Inflation von ca. 2 Prozent, die volkswirtschaftlich betrachtet stets einer Deflation vorzuziehen ist, um das Beschäftigungsniveau und die Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsraums zu wahren.

Anheuser-Busch - Aktienkurs steil nach oben

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Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder in Höhe von 106,5 Millionen Euro verhängt. Die Ertappten sind bekannte Marken wie Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und die Privat-Brauerei Ernst Barre. Die Unternehmen sollen die Preise durch geheimgehaltene Absprachen künstlich nach oben getrieben und dann hoch gehalten haben. Ungeschoren kommt dagegen Anheuser-Busch Inbev  davon.

Die deutsche Tochter des Anheuser-Busch-Konzerns war zwar zunächst auch Teil des Kartells, half dann aber den Behörden zielführend bei der umfassenden Aufklärung. Auch Bitburger, Krombacher, Veltins und Warsteiner kooperierten dann zwar - aber lediglich in einem strafmildernden Umfang. An der absoluten Nummer 1 in der Branche, Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev), kommt somit nun auch kurzfristig keiner vorbei.

AB Inbev, das auch die deutschen Marken Beck's, Franziskaner, Löwenbräu sowie Diebels vertreibt, deckt mit einem Umsatz von 26 Milliarden Euro bereits rund ein Viertel des gesamten Weltmarkts ab. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 12 lässt die Aktie als fair bewertet erscheinen. Seit dem 12. Dezember 2008 kennt die Aktie nur eine Richtung: Steil nach oben. Der Kursanstieg von 14 Euro auf bis zu 78 Euro bedeutet einen gesamten Wertzuwachs von schwindelerregenden 460 Prozent plus Dividendenzahlungen von jährlich 3 Prozent.

Xing - Netzwerk mit moderater Bewertung

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Seit Anfang des Jahres konnte die Social-Media-Aktie deutlich zulegen. Die Aktie schaffte es, sich aus einer bis dato bärischen Flaggenformation zu befreien und damit den Weg zu neuen Höhen in 2014 zu ebnen. Die Jahresperformance beträgt bislang sehr erfreuliche 8,4 Prozent. Damit rückt sogar wieder das bisherige Allzeit-Hoch vom Oktober 2013 ins Visier. Damals notierten die Anteilsscheine bei über 86 Euro. Im Dezember 2006 wurden die Aktien mit 30 Euro emittiert und haben seitdem insgesamt um mehr als 150 Prozent zulegen können.

Größter Erlöslieferant sind nach wie vor die Einnahmen aus der sogenannten "Premium-Mitgliedschaft". Diese belaufen sich mittlerweile auf rund 14 Millionen Euro pro Geschäftsjahr. Jüngst konnte der TecDax-Titel im dritten Quartal 2013 nahezu 4000 neue Premium-Mitglieder gewinnen und an sich binden. Insgesamt hat der Konzern dadurch nun 6,7 Millionen Mitglieder in der deutschsprachigen Region. Künftig soll die Zahl der Premium-Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch weiter gesteigert werden.

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