Sonntag, 18. August 2019

Kurssturz der Aktie nach FT-Bericht Wirecard weist Bericht über zweifelhafte Geldströme zurück

Wirecard: Bericht der FT "völlig substanzlos". Die Aktie brach trotz des Dementi ein

Trotz eines Dementi von Wirecard zu einem kritischen Bericht in der "Financial Times" über den Zahlungsabwickler hat die Aktie des Unternehmens am Mittwochnachmittag weiter unter starkem Druck gestanden. Zuletzt büßten die Papiere noch immer gut 17 Prozent auf 138,40 Euro ein. Im Tagestief waren sie sogar um fast ein Viertel auf 126 Euro abgesackt.

Wirecard ist laut einem Pressebericht der "Financial Times" im vergangenen Jahr intern verdächtigen Geschäftspraktiken nachgegangen. Die Zeitung bezog sich in ihrer Online-Ausgabe am Mittwoch auf eine von ihr eingesehene interne Präsentation, die sich mit zweifelhaften Geldströmen beschäftigt haben soll.

Eine Wirecard-Sprecherin sagte, das Unternehmen aus Aschheim bei München halte den Bericht für "völlig substanzlos". Das Unternehmen dementiere ein Fehlverhalten wie in dem "FT"-Bericht beschrieben und nehme alle Vorgaben zur Einhaltung von Gesetzen sehr ernst.

Im Video: Aus dem Nichts zum Milliardär - Wirecard-Chef Markus Braun

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Bild: Florian Generotzky für manager magazin

Ein Händler verwies darauf, dass die Aktie vor fast genau einem Jahr zum wiederholten Mal Opfer einer sogenannten Short-Attacke geworden war. Seinerzeit war der Kurs um fast 12 Prozent eingebrochen. Ein selbst ernannter Research-Dienst hatte das Geschäftsmodell des Bezahl-Dienstleisters in Frage gestellt. "Die wiederholten Spekulationen über das Unternehmen dürften ein wesentlicher Grund sein, warum die Börse heute erneut so heftig negativ reagiert", vermutete der Händler.

la/dpa-afx

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