Top-Manager angeblich in Skandal verwickelt Wirecard Aktie bricht ein - FT legt mit neuen Vorwürfen nach

Wirecard: FT erhebt Vorwürfe gegen COO Jan Marsalek, die Aktie gibt nach

Wirecard: FT erhebt Vorwürfe gegen COO Jan Marsalek, die Aktie gibt nach

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Die Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard ist am Donnerstag erneut unter Druck geraten. Zuletzt gab das Papier um mehr als 5 Prozent nach und fiel zeitweise unter die Marke von 103 Euro. Anlass für die erneute Kursschwäche ist ein Bericht der "Financial Times" (FT): Die Wirtschaftszeitung legte mit neuen Vorwürfen (bezahlpflichtig)  gegen Wirecard  nach.

Am Freitag setzte das Papier den Kursrutsch nach einem abgebrochenen Erholungsversuch fort und fiel am Freitag Abend zeitweise sogar unter die Marke von 100 Euro. Binnen acht Handelstagen hat das Papier von Wirecard mehr als 20 Prozent an Wert verloren - trotz eines immer noch geltenden Leerverkaufsverbots der Finanzaufsicht Bafin.

Laut FT sind mehr Wirecard-Manager in die Affäre um fragwürdige Bilanzierungen in Singapur verwickelt als bisher angenommen. Hochrangige Wirecard-Manager sollen vier umstrittene Transaktionen in Höhe von insgesamt 2 Millionen Euro genehmigt haben, die derzeit von der Polizei in Singapur untersucht werden, so die Zeitung. Die FT beruft sich auf Untersuchungsdokumente. Die umstrittenen Zahlungen datieren aus dem März 2018.

Die Dokumente legen nahe, dass Wirecards COO Jan Marsalek von den umstrittenen Transaktionen gewusst habe. Sie seien für den Februar 2018 geplant gewesen und hätten sich verzögert, da Verantwortliche in Deutschland und Singapur noch auf Informationen von Marsalek warteten, so die Zeitung. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, würde das die Vermutung stärken, dass auch deutsche Top-Manager in die Affäre verwickelt seien.

Wirecard hat die Vorwürfe der FT bislang stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass der interne Untersuchungsbericht in Kürze veröffentlicht werde. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte im Februar ein Leerverkaufs-Verbot für die Aktie von Wirecard erlassen.

Im Video: Wirecard-Chef Markus Braun

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Die FT beruft sich auf Untersuchungsunterlagen der Polizei in Singapur, wonach sechs Wirecard-Mitarbeiter unter dem Verdacht von Straftaten stehen. Darunter sei auch Edo Kurniawan, Gruppenleiter für Finanzierungsfragen in der Region Asien und Pazifik. Verschiedene Wirecard-Manager in Deutschland hätten mit Kurniawan zusammengearbeitet, um die vier umstrittenen Zahlungen von März 2018 über die Bühne zu bringen, so die Zeitung.

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