Donnerstag, 14. November 2019

Vorläufige Zahlen Wirecard mit Gewinnsprung

Der Zahlungsabwickler und Dax-Konzern Wirecard hat überraschend Eckdaten für das abgelaufene Quartal vorgelegt

Wirecard hat überraschend vorläufige Zahlen vorgelegt. Demnach kletterten Umsatz und Gewinn jeweils um mehr als ein Drittel. Für Anleger ein Grund zu Gewinnmitnahmen.

Das Erreichen der Markterwartungen im vergangenen Jahr war den Aktionären von Wirecard Börsen-Chart zeigen am Mittwoch nach der jüngsten Erholungsrally nicht genug. Die Aktien des Zahlungsdienstleisters, der zu den deutschen Tech-Champions zählt, fielen nach der Vorlage von Eckdaten für das vergangene Jahr bis zum späten Vormittag um 3,02 Prozent auf 162,35 Euro.

Für das laufende Jahr summiert sich das Plus aber immer noch auf rund 22 Prozent. Seit dem Zwischentief im vergangenen November infolge der Schwäche von Techwerten weltweit und der ersten Neusortierung seitens der Investoren nach dem Dax-Aufstieg Wirecards im September liegen die Papiere immer noch mehr als 30 Prozent vorne. Von dem Höchstkurs kurz vor dem Aufstieg in den Dax in Höhe von 199 Euro ist das Papier aber noch einiges entfernt.

Analysten bleiben nach den Eckdaten für das 2018 und dem Ausblick für 2019 aber zuversichtlich. So habe das vierte Quartal ein fortgesetzt starkes Wachstum verdeutlicht, erklärte Analyst Robin Brass von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Die Voraussetzungen für ein starkes Geschäftsjahr 2019 seien gegeben. Der Experte verwies auf den fortdauernden Trend weg von der Barzahlung hin zur Online-Zahlung.

Umsatz kletterte 2018 um 40 Prozent

Dank dieses Trends kletterte der Umsatz laut vorläufiger Zahlen 2018 um 40 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 38 Prozent auf 568,3 Millionen Euro. Für das laufende Jahr bestätigte das Management um Wirecard-Chef Markus Braun die Prognose, ein operatives Ergebnis von 740 bis 800 Millionen Euro erreichen zu wollen.

- Wirecard-Video - Wirecard-Chef Markus Braun: Aus dem Nichts zum Milliardär

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Bild: Florian Generotzky für manager magazin

Angesichts dieser Entwicklung äußerte sich Analyst Mohammed Moawalla von der Investmentbank Goldman Sachs positiv. Ihm zufolge unterstreichen die veröffentlichten Geschäftszahlen die starke fundamentale Lage und die hervorragende Positionierung von Wirecard.

Sollten die Experten recht behalten, wäre der Kursrückschlag im Herbst 2018 lediglich eine weitere, kleinere Delle in der langfristigen Erfolgsgeschichte der Aktien. Von diesem und ähnlichen Rücksetzern etwa 2016 und Anfang 2018 abgesehen, kennen die Papiere seit Jahren nur den Weg nach oben. Trotz des jüngsten Rückschlages hat sich ihr Wert allein seit Anfang 2017 in etwa vervierfacht. Auf Sicht von 10 Jahren summiert sich das Plus auf rund 3500 Prozent.

rei/la/dpa-afx

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