Wertvollste Firmen der Welt Warum Google demnächst Apple überholen könnte

Google-Logo auf iPhone von Apple: Die beiden US-Konzerne konkurrieren um den Titel als wertvollster Konzern der Welt

Google-Logo auf iPhone von Apple: Die beiden US-Konzerne konkurrieren um den Titel als wertvollster Konzern der Welt

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Diese Dominanz gab es seit Jahrzehnten nicht: Von den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt kommen zehn aus den USA. An der Spitze des Rankings ein Trio von IT-Giganten: Apple , Alphabet (das früher Google  hieß und im weiteren Text auch so genannt wird) und Microsoft . So wird deutlich, wie sehr die US-Wirtschaft dem Rest der Welt in der digitalen Revolution bereits enteilt ist.

Apple, der wertvollste Konzern der Welt, kommt derzeit auf einen Börsenwert von knapp 600 Milliarden Dollar (546 Milliarden Euro). Als der Aktienkurs vor Monaten Höchststände von 130 Dollar und mehr erreichte, war das Unternehmen zeitweise sogar etwa 775 Milliarden Dollar wert. Spätestens seit jener Zeit spekulieren Beobachter, ob und wann Apple als erster Konzern überhaupt die Marke von einer Billion Dollar an Marktwert überschreiten wird.

Inzwischen hat sich der iPhone-Hersteller von diesem Meilenstein allerdings wieder etwas entfernt. Und er hat im Billionen-Rennen durch ein anderes Unternehmen ernsthafte Konkurrenz bekommen: Der Suchmaschinenriese Google hat insbesondere 2015 enorm an Wert zugelegt und befindet sich dicht auf Apples Fersen.

Momentan kommt Google auf einen Börsenwert von knapp 540 Milliarden Dollar. Das Unternehmen liegt also noch etwa 60 Milliarden Dollar hinter der Konkurrenz aus Cupertino.

Google hat mehr Schwung

Das sieht zwar aus wie ein komfortabler Vorsprung. Der Schein könnte jedoch trügen. Tatsächlich muss die Google-Aktie lediglich um etwas mehr als 10 Prozent steigen, während Apple weiter bestenfalls stagniert - und schon liegen beide Firmen nahezu gleich auf.

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Zur Orientierung: 2015 legte das Google-Papier um mehr als 40 Prozent zu. Die Apple-Aktie dagegen liegt seit Jahresanfang sogar leicht im Minus.

Google hat derzeit mehr Schwung, stellt auch der US-Sender CNN  fest. Das Suchmaschinengeschäft laufe bestens, insbesondere auf mobilen Geräten. Zudem stiegen die Umsätze auf Youtube. Zudem sorgten sich Anleger, ob Apple weiterhin in gewohnter Weise iPhones absetzen könne, und zwar nicht zuletzt wegen der zunehmenden Konkurrenz durch Geräte, auf denen das Google-Betriebssystem Android laufe.

Für die Entwicklung des Aktienkurses ebenfalls bedeutend: Analysten erwarten laut CNN, dass die Gewinne von Google in den kommenden Jahren stärker steigen werden als jene von Apple.

Diese beiden Firmen könnten Apple und Google gefährlich werden

Das Zahlenspiel geht daher so: Legt Google im kommenden Jahr noch einmal im gleichen Tempo zu wie 2015, so ist der Konzern in zwölf Monaten mehr als 750 Milliarden Dollar wert. Schon 2017 könnte der Internetriese in diesem freilich hypothetischen Szenario die Marke von einer Billion Dollar an Börsenwert überschreiten.

Wenn auch Apple dagegen seine jüngste Entwicklung im kommenden Jahr unverändert fortschreibt, so läge der Marktwert des iPhone-Konzerns Ende 2016 bei etwa 590 Milliarden Dollar.

Wie realistisch diese Überlegungen erscheinen, muss jeder selbst beurteilen. Hilfreich könnte dabei auch ein Blick auf die Bewertungen sein, beispielsweise nach dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Laut CNN wird Google bereits heute mit einem KGV von mehr als 20 gehandelt. Sollte der Aktienkurs weiterhin so rasant steigen, nähme auch das KGV weiter zu. Bei Apple dagegen beträgt das KGV gegenwärtig vergleichsweise bescheidene 11.

Nicht auszuschließen also, dass Apple, wie von manchem Analysten erwartet, im kommenden Jahr ein Comeback hinlegen wird. In dem Fall könnte sich das Rennen um die Billionen-Dollar-Marke beim Marktwert noch eine weile hinziehen - was wiederum dazu führen könnte, dass weitere Wettbewerber ins Teilnehmerfeld vorstoßen.

Der neue Star an der US-Börse beispielsweise heißt Amazon . Der Aktienkurs hat sich im laufenden Jahr von 310 Dollar auf 675 Dollar mehr als verdoppelt. Der Marktwert des weltgrößten Onlinehändlers stieg damit auf deutlich mehr als 300 Milliarden Dollar.

Sollte die Entwicklung in ähnlichem Tempo weitergehen, wird auch Amazon bald in der Riege der Konzerne gehandelt, die 500 Milliarden Dollar oder mehr wert sind. Einziger Haken: Weil das Unternehmen von US-Milliardär Jeff Bezos bislang noch kaum Gewinne erwirtschaftet, ist das KGV bereits in astronomische Sphären empor geschossen.

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Zweites Beispiel: Facebook . Auch der Aktienkurs des weltgrößten sozialen Netzwerks stieg 2015 stark an. Das Unternehmen mit Mark Zuckerberg an der Spitze ist schon jetzt etwa 300 Milliarden Dollar wert. Und auch in diesem Fall scheint das Ende der Fahnenstangen noch längst nicht erreicht.