Unterlagen eingereicht US-Grillhersteller Weber plant Börsengang

Nach einem kräftigen Umsatzsprung im zweiten Halbjahr zieht es die US-Grilllegende Weber an die Börse. Profitieren könnte die Investmentfirma von Byron David Trott - einem Banker, dem sogar Anlageguru Warren Buffett vertraut.
Legendärer Kugelgrill: Der "Weber Kettle" wurde Anfang der 1950er-Jahre von Firmengründer George Stephen Sr. erfunden

Legendärer Kugelgrill: Der "Weber Kettle" wurde Anfang der 1950er-Jahre von Firmengründer George Stephen Sr. erfunden

Foto: Hermann J. Knippertz / imago images

Der US-Grillhersteller Weber will an die New Yorker Börse. Der Zulassungsantrag für das Debüt an der New Yorker Stock Exchange sei bereits bei der zuständigen US-Börsenaufsicht SEC eingereicht worden, teilte Weber mit. Der Schritt folge auf ein Umsatzwachstum von 62 Prozent im zweiten Halbjahr 2020/21 (per 31. März) auf 963 Millionen Dollar (811 Millionen Euro). Der Gewinn stieg sogar um mehr als das Dreifache auf 73,8 Millionen Dollar. Weber profitierte mit seinen mitunter Tausende Dollar oder Euro teuren Kohle-, Gas- und Elektrogrills in der Pandemie stark von einer erhöhten Nachfrage.

Bekannt ist Weber vor allem für den von dem 1993 verstorbenen Firmengründer George Stephen Sr. vor rund 70 Jahren erfundenen Holzkohle-Kugelgrill "Weber Kettle". Die Traditionsfirma mit Sitz in Palatine im US-Bundesstaat Illinois, die nach einer Frost & Sullivan-Studie über einen Marktanteil von 23 Prozent in den Vereinigten Staaten und von 24 Prozent weltweit verfügt, hat die Notierung ihrer Aktien unter dem Tickersymbol "WEBR" beantragt. Begleitet wird der Börsengang von Goldman Sachs und J.P. Morgan.

Wie viel Geld Weber beim Börsengang erlösen will, ist noch unklar. Im Wertpapierprospekt ist bislang ein Platzhalterbetrag von 100 Millionen Dollar eingetragen. Auch konkrete Angaben zum Zeitplan für die Premiere an der Nyse hat das Unternehmen bislang noch nicht gemacht. Nach Informationen des Finanznachrichtendienstes Bloomberg aus eingeweihten Kreisen könnte Weber beim Börsengang insgesamt mit vier bis sechs Milliarden Dollar bewertet werden.

Erst im Oktober hatte Weber bei einer Finanzierungsrunde Kapital in Höhe von rund 1,55 Milliarden Dollar (1,31 Milliarden Euro) eingenommen. Die Mehrheit an Weber hält seit 2010 die Private-Equity-Firma BDT Capital Partners, die 2009 von dem Investmentbanker Byron David Trott (BDT; 62) gegründet wurde. Trott ist einer der wenigen Banker, denen Investmentlegende Warren Buffett (90) seit Jahren vertraut. In einem seiner berühmten Aktionärsbriefe schrieb er 2017: "Byron ist einer der wenigen Investmentbanker, die sich in ihre Klienten hineinversetzen können." Auch die deutsche Milliardärsfamilie Reimann mir ihrer Finanzholding JAB und die italienische Agnelli-Dynastie vertrauten ihre Gelder bereits dem US-Banker an.

mg/Reuters, dpa-afx
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