Dienstag, 28. Januar 2020

Drei Argumente für die VW-Aktie Wer jetzt VW-Aktien kauft

VW im Blick der Börsenhändler: Einige Schnäppchenjäger greifen bereits zu, die Aktie legt erstmals seit Beginn ihres Absturzes wieder zu

Montag? 18 Prozent Minus. Dienstag? 19 Prozent Minus. Volkswagen-Investoren trennen sich derzeit zuhauf von ihren Investments - oder sie müssen sehr stark sein und sich dem Herdentrieb der Börse entziehen.

Tatsächlich gibt es inzwischen einige Anleger, die sogar versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und bei der VW-Aktie zugreifen. Am Mittwoch Vormittag war dies an den starken Kursschwankungen der VW-Aktie abzulesen: Zunächst fiel die Aktie um weitere 7 Prozent bis auf 98 Euro, um dann wieder ins Plus zu drehen und mit einem Plus von 5 Prozent auf 111 Euro zu schließen. Am Donnerstag legte die Aktie dann zunächst weiter zu - die starken Ausschläge im Kurschart dieser Woche zeichnen das Kräftemessen zwischen weiteren Verkäufern und ersten spekulativen Schnäppchenjägern nach, die jetzt mit hohem Risiko bei VW einsteigen.

Selbst in den USA, wo die VW-Abgasaffäre offenbar ihren Ursprung nahm, regt sich offenbar wieder Kaufinteresse. "Wie zum Henker kaufe ich Volkswagen-Aktien?", fragt zum Beispiel ein potentieller Aktionär unter dem Namen "goldandguns" im Portal "reddit". Ein US-Privatanleger offenbar, der keinen Zugriff auf die deutschen und europäischen Handelsplätze hat.

Aber auch Profianleger fragen sich offenbar, ob das Ausmaß des Kurssturzes der VW-Aktie - binnen zwei Tagen hat die Aktie mehr als 30 Milliarden Euro an Börsenwert und mehr als ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung verloren - nicht vielleicht doch übertrieben ist.

"Wenn auch andere getrickst haben, wird der Druck auf VW nachlassen"

Tom Elliott zum Beispiel, Anlagestratege der DeVere Group, hält den Kurssturz in diesem Ausmaß für übertrieben. Er sei ziemlich "versucht", die Aktie zum aktuellen Preis zu kaufen, heißt es bei "CNBC". Elliotts Begründung: Offenbar sei VW nicht der einzige Autohersteller, der Abgaswerte manipuliert habe. "Wenn sich das Netz ausweitet und andere Unternehmen sich daran verfangen, dürfte der Druck auf die einzelne Firma sinken." Zudem sei der Autohersteller Volkswagen keine Bank - und ziehe nicht die gleiche öffentliche Empörung auf sich wie ein Finanzinstitut, das beim Tricksen erwischt werde.

"KGV unter 6 - VW ist günstig bewertet"

Vom UBS-Analysten Philippe Houchois ist zu lesen: "Trotz kurzfristiger Bedenken bleiben wir positiv mit Blick auf VW." Vom Investmenthaus Bernstein heißt es: "Die Realität ist es, dass VW sich davon erholen und in den USA bleiben wird. Die Luft mag verschmutzt worden sein, aber kein Todesfall ist bekannt. VW ist ein starkes globales Unternehmen, das günstig bewertet ist", heißt es im "Telegraph".

Derzeit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der VW-Aktie bei 5,7 - das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Dax-Durchschnitts von 12.

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