Aktienmarkt Buffetts lausiges Börsenjahr - eine Warnung für Anleger

Für Warren Buffett läuft es an der Börse seit vielen Monaten nicht gut. Anleger sollten gewarnt sein: Das letzte Mal, dass Buffetts Investment-Holding den Indizes weit hinterherhinkte, war das Crash-Jahr 2008.
Gute Jahre, schlechte Jahre: Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway büßte 2015 zweistellig ein

Gute Jahre, schlechte Jahre: Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway büßte 2015 zweistellig ein

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Aktienjahr 2015: Die besten Dax-Aktien des Jahres - und die schlechtesten

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Deutschland vor USA: Mit knapp 10 Prozent Zuwachs im Jahr 2015 hat der Dax  die US-Indizes klar abgehängt. Der Dow Jones  beendete 2015 mit einem Verlust von 3,5 Prozent (das schwächste Jahr seit 2008), und der marktbreite US-Index S&P 500 büßte 2,1 Prozent ein. Lediglich der Technologie-Index Nasdaq 100  kommt auf ein Plus von rund 6 Prozent, bleibt damit aber klar hinter Dax  , MDax  und TecDax zurück.

Noch entspannter kann der Dax-Anleger sein, wenn man die Performance des Dax mit der Entwicklung von Berkshire Hathaway vergleicht, der Investmentholding der Anlage-Legende Warren Buffett. Rund 14 Prozent büßten die A- und B-Shares von Berkshire im Jahr 2015 ein - auch für Buffett ist es die schlechteste Performance seit dem Jahr 2008.

Dass Buffett damit auch klar hinter den marktbreiten US-Indizes zurückliegt, hat mit der Börsenrally der US-Technologieriesen zu tun: Die so genannten "Faboulous Four" der US-Techszene, der Streamingdienst Netflix (plus 130 Prozent), der Online-Verkäufer Amazon (Kurswerte anzeigen) (plus 120 Prozent), die Suchmaschine Google (Kurswerte anzeigen) (jetzt Alphabet, plus 46 Prozent) sowie das soziale Netzwerk Facebook (Kurswerte anzeigen) (plus 31 Prozent) sind für einen Großteil der Gewinne im US-Techsektor verantwortlich.

Buffett nicht bei den "Fab Four" dabei - Berkshire mit 14 Prozent Minus

Gegenüber solch hoch bewerteten Techriesen mit zum Teil absurd hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen ist Buffett traditionell skeptisch - und auch nicht über seine Holding daran beteiligt. Zu groß ist die Gefahr, dass es Amazon, Netflix und Co umso härter trifft, wenn erst einmal die Luft aus den Kursen zu entweichen beginnt. Buffett hält sich lieber an Unternehmen wie den Ketchup-Hersteller Heinz - und verdiente im Jahr 2015 Milliarden, als Heinz mit Kraft Foods fusionierte.

Buffetts größte Technologiebeteiligung, der Hardwarehersteller IBM (Kurswerte anzeigen), gehörte 2015 mit einem Minus von rund 15 Prozent zu den größten Verlierern im Sektor, wie CNN Money vorrechnet. Auch andere von Buffetts Beteiligungen wie etwa Procter & Gamble , Goldman Sachs  oder Amercican Express weisen auf Jahressicht ein kräftiges Minus aus.

Dax-Anleger sollten sich jedoch nicht selbstzufrieden zurücklehnen in der Gewissheit, mit einem Plus von 10 Prozent den Investment-Altmeister in diesem Jahr um Längen geschlagen zu haben. Zum einen sind Jahresvergleiche nicht Buffetts Sache - er investiert in viel längeren Zeiträumen.

Zweitens sollte der Zeitpunkt von Buffetts Underperformance ein Warnzeichen für Anleger sein. Das letzte Mal, dass Buffetts Beteiligungen sich vergleichbar schlecht entwickelten wie im Jahr 2015, waren die Jahre 1999 und 2008 - in beiden Fällen folgte ein Kursrutsch, und die Bewertungen von Unternehmen, die Buffett jetzt so weit enteilt sind, platzten.