Dienstag, 2. Juni 2020

Berkshire Hathaway setzt auf Cash in der Krise Warren Buffett trennt sich von Goldman-Sachs-Aktien

Warren Buffett (Archivbild von der Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung im Mai 2019)
Nati Harnik / AP Photo / File
Warren Buffett (Archivbild von der Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung im Mai 2019)

Die US-Investmentfirma Berkshire Hathaway der Investorenlegende Warren Buffett hat ihre Beteiligung an der Großbank Goldman Sachs deutlich verringert. Aus einer offiziellen Mitteilung der Firma, die das Porfolio per 31. März aufzeigt, geht hervor, dass Berkshire ihren Anteil an dem Geldhaus um 84 Prozent auf rund 1,9 Millionen Aktien von zwölf Millionen Aktien drei Monate zuvor reduziert hat.

Der Anteil der Goldman-Investition fiel von 2,9 Prozent zum Jahreswechsel auf weniger als 0,6 Prozent, ihr Marktwert auf rund 297 Millionen Dollar von etwa 2,76 Milliarden Dollar.

Der Goldman-Exit liefert das bislang klarste Signal, dass der Starinvestor zu denen zählt, die einen erneuten Crash in der Corona-Krise mehr fürchten, als gute Kaufgelegenheiten zu verpassen.

Die US-Zentralbank Federal Reserve warnte in einem Finanzstabilitätsbericht vor Risiken durch überbewertete Aktien. Allianz-Chefvolkswirt Mohamed El-Erian kommentierte auf Twitter, es sei "gut, dass der Bericht nach Börsenschluss an einem Freitag veröffentlicht wurde".

Zuvor hatte Buffett sich bereits von langjährig gehaltenen Airline-Anteilen verabschiedet. Die Aktie von Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen fällt seit April deutlich hinter die Performance der Börse insgesamt zurück.

Auf der virtuellen Hauptversammlung Anfang Mai warnte Buffett vor weiteren Risiken, die "Bandbreite der Möglichkeiten auf der wirtschaftlichen Seite ist immer noch außergewöhnlich weit". Er erklärte seine abwartende Haltung, "diesmal haben wir den Zug von den Gleisen geholt und daneben abgestellt" - im Unterschied zur Finanzkrise ab 2008, als Wirtschaft und Börse zwar entgleist seien, aber auf schlechtem Untergrund weiterhin unterwegs waren.

Die Beteiligung an Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen hatte Berkshire Hathaway im Rahmen der damals lukrativen Strategie erworben, inmitten der Börsenpanik massiv zuzukaufen. Buffett profitierte neben den niedrigen Einstiegskursen von Sonderkonditionen. Als Retter, der mit einem Fünf-Milliarden-Dollar-Investment im September 2008 das Vertrauen in das Überleben der Bank zurückbrachte, bekam er Vorzugsaktien, die jährlich eine halbe Milliarde Dollar an Dividende abwarfen. 2013 wurde das Investment in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt.

Neben Goldman Sachs stieg Berkshire im ersten Quartal auch aus dem Versicherer Travelers und dem Ölunternehmen Phillips 66 aus. Berkshire Hathaway ist an etwa 90 Firmen unterschiedlichster Branchen beteiligt. Die Firma hält etwa Anteile an Apple, Coca-Cola sowie dem Ketchup-Hersteller Kraft Heinz.

ak/reuters

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