Investmentguru Alle verkaufen Apple-Aktien - nur Warren Buffett nicht

Apple-Ausverkauf: Alle verkaufen - nur Warren Buffett nicht

Apple-Ausverkauf: Alle verkaufen - nur Warren Buffett nicht

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Apple, BofA, Coca-Cola und Co: Das ist das Portfolio von Warren Buffett

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Er gilt vielen Geldanlegern weltweit als Vorbild, doch mit einer seiner derzeit liebsten Investmentideen findet Warren Buffett offenbar wenig Nachahmer: Während der Multimilliardär und Chef der US-Beteiligungsholding Berkshire Hathaway seinen Anteil an Apple zuletzt weiter ausgebaut hat, hat die Gemeinde der Investoren insgesamt in den ersten drei Monaten dieses Jahres so viele Aktien des iPhone-Bauers verkauft, wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Das geht aus Daten der US-Börsenaufsicht SEC hervor, aus denen Bloomberg zitiert.

Demnach reduzierten die institutionellen Investoren in den USA, die der SEC regelmäßig ihre Portfoliobewegungen melden, ihre Bestände an Apple-Aktien im ersten Quartal 2018 um zusammen 153 Millionen Aktien. Das sei der größte Rückgang seit dem ersten Quartal 2008, so Bloomberg. Mindestens. Zudem wurden seit Januar dieses Jahres von keinem Unternehmen aus dem breiten US-Aktienindex S&P 500 mehr Aktien verkauft, als von Apple.

Laut Bloomberg wurden damit von Seiten der Großanleger in drei der vergangenen vier Quartale unterm Strich mehr Aktien von Apple verkauft als gekauft. Hintergrund dürfte die stete Sorge am Kapitalmarkt sein, ob die Begeisterung für das iPhone, das mit Abstand wichtigste Produkt Apples, auf Dauer anhalten wird.

Eine Sorge, die Warren Buffett offenbar nicht umtreibt. Der Starinvestor steckte im ersten Quartal einen Großteil seiner Investments in Höhe von insgesamt 14,8 Milliarden Dollar in weitere Apple-Aktien. Berkshire Hathaway erwarb zusätzliche 75 Millionen Papiere des Unternehmens mit dem Apfel-Logo und ist mit insgesamt etwa 240 Millionen Aktien im Wert von rund 40 Milliarden Dollar inzwischen der zweitgrößte Anteilseigner von Apple nach der Fondsgesellschaft Vanguard.


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Wette auf Ratiopharm-Mutter-Teva - und auf den Bayer-Monsanto-Deal

Gleichzeitig wettet Buffett auf die Ratiopharm-Mutter Teva und die erfolgreiche Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch Bayer  .

Im abgelaufenen Quartal steckte Buffetts Beteiligungsgesellschaft Birkshire Hathaway hohe Summen in Apple- und Monsanto-Aktien, wie sie in der Nacht zum Mittwoch in Omaha mitteilte. Beim israelischen Pharmakonzern Teva verdoppelte Berkshire seine bisherige Beteiligung und stieg damit zum drittgrößten Anteilseigner auf.

An der Börse in Tel Aviv wurden die Nachrichten mit Begeisterung aufgenommen. Der Kurs der Teva-Aktien legte am Mittwoch um mehr als drei Prozent zu. Berkshire hält nach eigenen Angaben 40,5 Millionen Hinterlegungsscheine für Teva-Aktien im Wert von 822 Millionen US-Dollar. Der hochverschuldete Pharmariese hatte zuletzt Fabriken geschlossen und seine Belegschaft zusammengestrichen, um seine Kosten zu senken. Zuletzt hob das Unternehmen seine Gewinnprognose an, da das Sparprogramm zu greifen beginnt.

Buffett stockt Monsanto-Betieligung auf 2,2 Milliarden Dollar auf

Außerdem setzt Buffett noch stärker darauf, dass die Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den deutschen Bayer-Konzern gelingt. Zwischen dem Jahreswechsel und Ende März kaufte Berkshire weitere Monsanto-Aktien - und stockte seine Beteiligung auf 19 Millionen Papiere im Gesamtwert von 2,2 Milliarden Dollar per Ende des ersten Quartals auf.

Die Übernahme ist noch nicht sicher. Bayer und Monsanto arbeiten noch daran, die Voraussetzungen für noch ausstehende behördliche Genehmigungen zu erfüllen. Bayer-Chef Werner Baumann hatte sich zuletzt sehr zuversichtlich gezeigt, den mehr als 60 Milliarden Dollar schweren Deal bis Ende Juni unter Dach und Fach zu bringen.

Komplett verabschiedet hat sich Buffett hingegen von IBM . Hatte er Ende März 2017 noch rund 65 Millionen IBM-Aktien gehalten, waren es zum Jahreswechsel schon nur noch zwei Millionen gewesen. Im ersten Quartal vollzog der Investor den letzten Schritt.

la/cr/dpa