Berkshire Hathaway ermöglicht Rückkäufe Warren Buffett darf Berkshire-Aktien kaufen - tut er's auch?

Berkshire-Chefs Buffett (r.) und Munger: Werden sie die Aktien des eigenen Unternehmens kaufen?

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Mit seiner Steuerreform hat US-Präsident Donald Trump den Investoren amerikanischer Aktiengesellschaften einen großen Dienst erwiesen: Nicht nur, dass die Steuererleichterungen den US-Konzernen das Geschäftsleben erleichtern und für höhere Gewinne sorgen. Viele Unternehmen nutzen die eingesparten Milliarden auch, um eigene Aktien zurück zu kaufen. Auch dies trägt maßgeblich zu Pflege der Aktienkurse bei.

Erst kürzlich meldeten US-Medien mit Verweis auf Daten der Research-Firma Trim Tabs, US-Firmen hätten im zweiten Quartal den Rekordwert von Aktienrückkäufen im Volumen von 436,6 Milliarden Dollar angekündigt. Der vorherige Höchstwert von 242,1 Milliarden Dollar, der erst im Quartal unmittelbar zuvor erreicht worden war, wurde dadurch noch einmal deutlich übertroffen, berichtete etwa CNN .

Einer der größten Aktienrückkäufer ist beispielsweise Apple , mit angekündigten Transaktionen im Volumen von 100 Milliarden Dollar. Aber auch namhafte Wall-Street-Firmen wie JP Morgan Chase, Wells Fargo  oder Bank of America  gehören zu den Konzernen, die sich im großen Stil an der Praxis beteiligen.

Wie ebenfalls CNN  berichtet, befindet sich seit Kurzem zudem ein weiterer prominenter Name auf der Liste, von dem das nicht unbedingt zu erwarten war. Es handelt sich um Berkshire Hathaway , jenes Beteiligungskonglomerat, das von Multimilliardär und Investmentlegende Warren Buffett geleitet wird.


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Berkshire Hathaway hat seit Jahren keine eigenen Aktien mehr zurückgekauft. Der Grund dafür war eine alte Unternehmensregel, die es dem Management verbot, Aktien zu erwerben, wenn der Kurs mehr als 20 Prozent über dem Buchwert der fraglichen Firma notierte. Bei Berkshire lag die Lücke zwischen Kurs und Buchwert in den vergangenen Jahren deutlich über dieser Grenze, so CNN.

Das spielt nun aber offenbar keine Rolle mehr: Dem Bericht zufolge wurde die Regel gelockert, so dass Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger künftig praktisch Berkshire-Aktien zurückkaufen können, wann immer ihnen der Sinn danach steht.

Warum die Berkshire-Aktie für Buffett eigentlich ein No-Go ist

Für die Aktionäre von Berkshire Hathaway ist das eine gute Nachricht, die nach ihrem Bekanntwerden den Kurs auch bereits ein gutes Stück weit in die Höhe getrieben hat. Ohnehin haben sich die Papiere des Konzerns in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Das Berkshire-Papier des Typs A ist mit einem Kurs von knapp 300.000 Dollar die mit Abstand teuerste Aktie am US-Markt. Die Aktien des Typs B zeigen einen nahezu identischen Kursverlauf, notieren mit knapp 200 Dollar jedoch deutlich niedriger.


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Warum also die Freude bei den Aktionären über die vermutlich anstehenden Aktienrückkäufe? Durch den Kauf der eigenen Aktien demonstriert das Management das Vertrauen ins eigene Unternehmen, was generell ein gutes Zeichen ist. Zudem sinkt auf diese Weise die Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien, was für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und damit die Preisfindung an der Börse eine wichtige Rolle spielt, und was zudem auch bei der Verteilung des Konzerngewinns auf die Aktionäre in Form einer Dividende vorteilhaft ist.

Hintergrund der Entscheidung, auch den Kauf eigener Aktien zu ermöglichen, dürfte bei Berkshire Hathaway die Tatsache sein, dass die Kurse an der US-Börse in den vergangenen Jahren stark gestiegen und lukrative Investments nur noch schwer zu finden sind. Für den Beteiligungskonzern, der auf einem Cash-Berg von mehr als 100 Milliarden Dollar sitzt, entsteht daraus ein Luxusproblem, das sich kurz so zusammenfassen lässt: Wohin mit all dem Geld?

Ob Buffett und Munger letztlich tatsächlich Berkshire-Aktien erwerben werden, bleibt jedoch abzuwarten. Laut CNN lag der Buchwert des Konzerns zuletzt mit rund 211.000 Dollar je Aktie weit unter dem Aktienkurs. Für echte Value-Investoren wie die beiden es bekanntlich sind, sollte das Papier also eigentlich derzeit ein ziemliches No-Go sein.