Berkshire Hathaway Warren Buffett investiert in T-Mobile und Pharmaaktien

Die Deutsche Telekom bekommt Starinvestor Warren Buffett als Teilhaber. Die Holding Berkshire Hathaway, die den Crash im Frühjahr weitgehend aussaß, zeigt sich wieder aktiver an der Börse. Vor allem tauschte sie Apple- gegen Pharmaaktien.
Warren Buffett (Archivbild von 2015)

Warren Buffett (Archivbild von 2015)

Foto: Rick Wilking/ REUTERS

US-Staranleger Warren Buffett (90) setzt neuerdings in größerem Stil auf die Telekom-Tochter T-Mobile US. Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway deckte sich im vergangenen Quartal mit 2,41 Millionen T-Mobile-Aktien  im Wert von rund 276 Millionen Dollar (233 Millionen Euro) ein, wie am Montag (Ortszeit) aus einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC hervorging. Buffetts Einstieg ließ den Kurs nachbörslich noch einmal deutlich steigen.

Nach der Übernahme des kleineren Rivalen Sprint liefen die Geschäfte bei T-Mobile zuletzt glänzend. Im dritten Quartal legten Gewinn und Umsatz überraschend kräftig zu. Der US-Mobilfunker hob seine Jahresziele an und verkündete zudem, dass die im 1. April nach einer zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie vollzogene Fusion mit Sprint schneller zu Kostensenkungen führe als ursprünglich erwartet. Der Aktienkurs liegt seit Jahresbeginn mit 63 Prozent im Plus.

Am meisten Geld investierte Berkshire Hathaway in die Pharmaindustrie. Die Holding erwarb Aktienpakete der US-Konzerne Merck , Bristol Myers Squibb  und AbbVie , die jeweils rund zwei Milliarden Dollar wert sind. Auch Aktien von Pfizer  kamen ins Portfolio, allerdings mit rund 140 Millionen Dollar ein kleineres Paket. Pfizer steht wegen der gemeinsam mit dem deutschen Partner BioNTech entwickelten Impfung gegen das Coronavirus im Fokus.

Zudem stockte die Holding ihre Anteile an Bank of America, Kroger und General Motors auf. Verkauft wurden dagegen 36,3 Millionen Apple-Aktien , was mehr als 4,3 Milliarden Dollar entspricht. Dennoch bleibt Apple mit 114 Milliarden Dollar der mit Abstand größte Posten im Berkshire-Hathaway-Portfolio, vor der Bank of America mit nun knapp 28 Milliarden Dollar.

Milliardeninvestment mit Snowflake-Börsengang

Das Dokument enthält keine Angaben über den persönlichen Anteil Warren Buffetts an den Investmententscheidungen. Typischerweise kümmert er sich um die größeren Anlagen wie Coca-Cola, Apple oder Bank of America. In der Vergangenheit erklärte Buffett, Beteiligungen unter einer Milliarde Dollar seien in der Regel das Werk seiner Kollegen.

Im Frühjahr, als die Börsenkurse wegen der Corona-Krise in die Tiefe rauschten, war Berkshire Hathaway mit Zurückhaltung aufgefallen, während andere Investoren Kaufgelegenheiten sahen. Das Dokument zeigt, dass Buffett im dritten Quartal eine etwas aktivere Rolle einnahm.

Bereits bekannt war Berkshire Hathaways Anteil am Rekordbörsengang des Softwarekonzerns Snowflake - ein Bruch mit Warren Buffetts langjähriger Skepsis gegenüber der Branche. Zum Ende des dritten Quartals hielt die Holding 6,1 Millionen Snowflake-Aktien  im Wert von 1,4 Milliarden Dollar.

ak/dpa-afx/ap