Investmentguru profitiert von Trumps Steuerplänen Buffett treibt Berkshire-Aktie erstmals über 300.000 $

Darauf ein Eis: Erstmals notiert die Aktie von Berkshire Hathaway bei mehr als 300.000 Dollar - Altmeister Waren Buffett, dem CEO von Berkshire, sei Dank.

Darauf ein Eis: Erstmals notiert die Aktie von Berkshire Hathaway bei mehr als 300.000 Dollar - Altmeister Waren Buffett, dem CEO von Berkshire, sei Dank.

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Politisch sind sich Warren Buffett und US-Präsident Donald Trump nicht besonders grün, aber in diesen Tagen ist der Starinvestor dem umstrittenen Mann im Weißen Haus wohl schon ein wenig zu Dank verpflichtet. Der Grund: Die Steuerreform, die Trump vor einigen Tagen durch das US-Repräsentantenhaus geboxt hat, hat der Ausnahmeaktie von Buffetts Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway  noch einmal einen ordentlichen Kursschub verliehen. Dadurch sprang das ohnehin mit Abstand teuerste Papier am US-Aktienmarkt erstmals über die Marke von 300.000 Dollar je Stück.

Berkshire Hathaways Marktkapitalisierung beträgt damit mehr als 490 Milliarden Dollar. Investoren gehen offenbar davon aus, dass Berkshire zu den großen Profiteuren von Trumps Plänen zur Reform der Unternehmensbesteuerung gehören wird.

Die Berkshire-Aktie des Typs A ist seit Langem ein Unikum an der US-Börse. Weil Firmenchef Buffett sein Beteiligungsunternehmen so erfolgreich führt, sich zugleich jedoch seit Jahrzehnten beharrlich weigert, einen Aktiensplit vorzunehmen, klettert der Kurs ungebremst immer weiter in die Höhe. An das aktuelle Kursniveau von etwa 300.000 Dollar kommen andere Papiere an der Wall Street nicht einmal annähernd heran. Zum Vergleich: Die zweitteuerste Aktie an der US-Börse ist gegenwärtig das Papier von Seaboard, einer weltweit agierenden Nahrungsmittel-, Agrar- und Energiefirma. Deren Aktie notiert aktuell bei 4312 Dollar.

Buffett wolle das Berkshire-A-Papier durch einen Split nicht optisch günstiger machen, weil dadurch womöglich die falschen Investoren angelockt werden könnten, schreibt das "Wall Street Journal ". Zu gewissen Zugeständnissen ist der Altmeister der Kapitalanlage aber dennoch bereit: 1996 führte er die Berkshire-Aktien des Typs B ein, die auch für Kleinanleger erschwinglich sind. Sie notieren derzeit bei knapp 200 Dollar.

So bleiben die Anteilsscheine vom Typ A einem exklusiven Club von Investoren vorbehalten. Daten von Thomson Reuters zeigen, dass gewöhnlich selten mehr als wenige hundert Papiere am Tag den Besitzer wechseln. Erst in den letzten Wochen seit der Steuerentscheidung in Washington stieg der Umschlag der Berkshire-A-Aktien auf 400 bis 500 Stück am Tag oder sogar mehr an. Diese Trades kamen allerdings zuletzt aufgrund des hohen Aktienkurses auf ein Gesamtvolumen von häufiger mehr als 100 Millionen Dollar pro Tag.


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Zum Vergleich: Die Handelsvolumina am Aktienmarkt schwanken zwar von Tag zu Tag mitunter stark, je nachdem, wie die Nachrichtenlage zu den gelisteten Unternehmen ist. Im deutschen Leitindex Dax  zählt jedoch beispielsweise die Aktie der Deutschen Bank  langfristig zu den umschlagsstärksten Papieren.

Am Dienstag etwa stand die Deutsche-Bank-Aktie am frühen Nachmittag mit rund fünf Millionen gehandelten Stücken und einem Gesamtvolumen von etwa 85 Millionen Euro (etwa 100 Millionen Dollar) an der Spitze der Umschlagsstatistik. Am Montag zuvor kam die Deutsche Bank während des gesamten Handelstages auf ein Volumen von 20 Millionen gehandelten Aktien im Gesamtwert von 340 Millionen Euro.

Steuerreform steigert Berkshires Wert um mehrere Milliarden

Eingestiegen ist Buffett bei Berkshire Hathaway bekanntlich schon viel früher - und auf einem ganz anderen Kursniveau: Anfang der 1960er Jahre erwarb er zum Stückpreis von 7,50 Dollar zunächst 2000 Anteilsscheine des Unternehmens, bei dem es sich seinerzeit noch um einen Textilbetrieb handelte. Mehr als 50 Jahre später hat Buffett aus Berkshire Hathaway eine Beteiligungsholding gemacht, in deren umfangreichem Portfolio sich namhafte Unternehmen wie Coca-Cola , die Versicherer Geico sowie General Re oder auch der iPhone-Bauer Apple  befinden.

Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 490 Milliarden Dollar gehört Berkshire zu den wertvollsten Unternehmen der USA. Buffett, der 17 Prozent der Anteile hält, notiert "Forbes" mit einem Vermögen von 85,6 Milliarden Dollar gegenwärtig nach Amazon-Chef Jeff Bezos und Microsoft-Gründer Bill Gates als drittreichsten Mann auf dem Planeten.


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Wochit / manager-magazin.de


Auf dem Weg zu diesem Status hat Buffett mit der Berkshire-Aktie verschiedene Meilensteine passiert: 1983 sprang der Kurs erstmals über die Marke von 1000 Dollar (gleiches gelang übrigens beispielsweise den Tech-Konzernen Amazon  und Alphabet  just in diesem Jahr), 1992 notierte Berkshire erstmals über 10.000 Dollar und 2006 erstmals über 100.000 Dollar.

Um etwa 21 Prozent hat Investmentguru Buffett den Kurs der Aktie im Schnitt pro Jahr nach oben getrieben, seit er in den 1960er Jahren das Ruder bei Berkshire übernahm. Auch im laufenden Jahr steht das Papier erneut mit mehr als 20 Prozent im Plus. Noch Ende November notierte die Aktie bei etwas mehr als 270.000 Dollar - dann kam der Turbo in Gestalt von Trumps Steuerreform, die in Washington entscheidende Hürden nahm.

Der Kursschub, den der Erfolg der Steuerreform auslöste, kommt wohl nicht von ungefähr. Der größte Teil der Berkshire-Umsätze entsteht in den USA, so dass sich die geplanten Steuersenkungen für das Unternehmen wohl besonders positiv auswirken werden. Das "Wall Street Journal" zitiert die Analysten der Barclays Bank mit der Einschätzung, der Buchwert von Berkshire Hathaway könne durch Trumps Steuerpläne um etwa 9 Prozent oder 27 Milliarden Dollar steigen.

Buffett habe bereits signalisiert, dass ein großer Teil der Vorteile, die sein Unternehmen durch die Steuerreform erwarte, an die Kunden weitergereicht werde, so das "WSJ". Die Aktionäre, so der Altmeister, sollten aber ebenfalls davon profitieren.

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