Immobiliendeal im Visier Hedgefonds Elliott steigt bei Deutsche Wohnen ein

Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen und so den größten Immobilienkonzern Europas schmieden. Jetzt grätscht US-Milliardär Paul Singer mit seinem Hedgefonds dazwischen.
Paul Singer: Mischt er sich ein, wird es für Unternehmen und Vorstände zumeist hakelig

Paul Singer: Mischt er sich ein, wird es für Unternehmen und Vorstände zumeist hakelig

Foto: STEVE MARCUS/ REUTERS

Der umtriebige Milliardär Paul Singer (76) mischt mit seinem Hedgefonds Elliott nun auch bei der geplanten Übernahme der Deutsche Wohnen  durch Vonovia  mit. Laut einer Stimmrechtsmitteilung vom Donnerstag kurz vor Xetra-Handelsschluss kontrolliert Singer gut drei Prozent der Anteile der Deutsche Wohnen. Singer ist dafür bekannt, sich bei Unternehmen einzukaufen, die übernommen werden sollen, um dann einen höheren Preis zu fordern.

Die Deutsche-Wohnen-Aktien gingen am Donnerstag mit 51,54 Euro aus dem Xetra-Handel und legten am Freitagmorgen moderat um ein halbes Prozent zu. Vonovia-Papiere kletterte am Freitag zunächst um rund 0,8 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schluss.

Die beiden deutschen Immobilienkonzerne hatten Ende Mai ihren geplanten Zusammenschluss verkündet. Vonovia will dafür rund 18 Milliarden Euro in die Hand nehmen oder 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie, worin die Dividende von 1,03 Euro enthalten ist. Das entspricht einer Prämie von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Gut möglich, dass Elliott hier noch mehr rausschlagen will.

Die Offerte steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent aller ausstehenden Deutsche-Wohnen-Aktien, der Erteilung der fusionskontrollrechtlichen Freigabe "sowie weiterer üblicher Bedingungen", hieß es Ende Mai.

Zur Finanzierung der Übernahme will Vonovia neue Aktien für bis zu acht Milliarden Euro ausgeben. Diese sollen nach Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte ausgegeben werden. Durch den Zusammenschluss sollen die jährlichen Kosten um 105 Millionen Euro gedrückt werden. Das Sparziel soll bis Ende 2024 erreicht werden.

rei/dpa-afx