Aktie unter Druck Vonovia holt sich eine Milliarde Euro frisches Kapital

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia besorgt sich rund eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt. Anlegern gefällt das gar nicht.
Vonovia-Werbung in Dortmund, Nordrhein-Westfalen: Die Aktien wurden zu einem Stückpreis von 59 Euro platziert

Vonovia-Werbung in Dortmund, Nordrhein-Westfalen: Die Aktien wurden zu einem Stückpreis von 59 Euro platziert

Foto: Bernd Thissen/DPA

Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia hat zur Schuldentilgung und für Zukäufe rund eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals wurden 17 Millionen Aktien zu einem Stückpreis von 59 Euro platziert, wie der Dax-Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Die neuen Aktien wurden nur institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren angeboten. Die neuen Aktien sollen ab dem 1. Januar 2020 gewinnberechtigt sein.

Die Aktie ging mit einem Kurs von 61,48 Euro aus dem Handel. Am Freitag gaben die Aktien von Vonovia  daher rund 4 Prozent nach.

Der Bruttoemissionserlös von rund einer Milliarde Euro vor Kosten und Provisionen werde für die Rückzahlung von im vierten Quartal 2020 fällig werdenden Schulden verwendet. "Der darüber hinausgehende Emissionserlös soll für künftige Wachstumschancen verwendet werden, die sich im gegenwärtigen Umfeld ergeben und die Vonovia im Einklang mit ihren Investitionskriterien verfolgen will", hieß es.

Bereits Anfang Juli hatte Vonovia Anleihen mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro platziert. Der Erlös sollte für die vorzeitige Rückzahlung hochverzinslicher Darlehen in Schweden verwendet werden, die hauptsächlich im Zusammenhang mit der Akquisition des schwedischen Wohnungsunternehmens Hembla im vergangenen Jahr stehen. 

Im ersten Halbjahr hat Vonovia dank milliardenschwerer Zukäufe im Ausland und höherer Mieteinnahmen deutlich mehr verdient. In den ersten sechs Monaten stieg das operative Ergebnis (FFO, die wichtigste Ergebniszahl von Immobilienfirmen) im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 676,3 Millionen Euro. Dazu hatte vor allem der Kauf des Wohnimmobilienkonzerns Hembla beigetragen, aber auch der Neubau von Wohnungen sowie Modernisierungen. Der Wert des Immobilienportfolios stieg um 2,3 Milliarden Euro. Aufwertungen hatte es fast überall gegeben, mit Ausnahme von Berlin, wegen des Mietendeckels.

mg/dpa-afx, Reuters
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