Milliardenerlös für Geely Volvo soll noch 2021 an die Börse

Der chinesische Geely-Konzern macht die Börsenpläne für seine Tochter Volvo offiziell. Das Unternehmen soll in Stockholm 2,5 Milliarden Euro einbringen - offenbar nur mit einem Bruchteil der Aktien.
Push aus China: Volvo-Stand auf der Shanghai Auto Show im April 2021

Push aus China: Volvo-Stand auf der Shanghai Auto Show im April 2021

Foto: Aly Song / REUTERS

Der chinesische Autokonzern Geely will seine schwedische Pkw-Tochter Volvo Cars wie erwartet in Stockholm an die Börse bringen. Durch neue Aktien sollen Erlöse von brutto rund 25 Milliarden schwedischen Kronen (2,5 Milliarden Euro) erzielt werden, wie Volvo am Montag in Göteborg mitteilte. Geely wolle zudem einen Teil seiner Anteile platzieren. Volvo Cars soll an der Nasdaq in Stockholm notiert werden.

Volvo-Chef Håkan Samuelsson (70) bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Meilenstein und neues Kapitel für den Pkw-Hersteller. Die Schweden wollen das Geld für den Branchenumbruch und weiteres Wachstum verwenden. Noch in diesem Jahr soll der erste Handelstag stattfinden. Geely-Gründer und Eigentümer Li Shufu (Eric Li, 58) sagte, sein Unternehmen wolle Mehrheitseigentümer von Volvo bleiben. Auch weitere große Aktionäre bleiben Volvo zufolge an Bord.

Volvo plant seit längerem einen Börsengang, musste ihn zwischendurch aber auf Eis legen. Seit Mai dieses Jahres läuft ein neuer Versuch, den Premiumhersteller aufs Parkett zu bringen. Details will das Unternehmen noch veröffentlichen. In Medienberichten war bislang über eine mögliche Bewertung von rund 20 Milliarden US-Dollar spekuliert worden (17,2 Milliarden Euro).

Börsenwert von 30 Milliarden Dollar

Die "Financial Times" berichtete  unter Berufung auf Insider, die neuen Pläne liefen sogar auf einen Börsenwert von 30 Milliarden Dollar hinaus. Demnach würde nur etwa ein Zehntel der Aktien an die Börse gebracht. Allein der 50-prozentige Anteil von Volvo an der Elektroautomarke Polestar sei 10 Milliarden Dollar wert. Polestar wurde vor vier Jahren abgespalten und bereitet nun selbst einen Börsengang über eine Zweckgesellschaft (Spac) für 2022 vor. Samuelsson sagte der Zeitung, Volvo habe auf diesen Schritt gewartet, um dem Markt eine Bewertung des Polestar-Anteils vermitteln zu können.

Volvo selbst will sich noch in diesem Jahrzehnt in eine reine Elektroautomarke verwandeln, eines der ambitioniertesten Ziele von Autoherstellern zum Abschied von Verbrennungsmotoren. Im ersten Halbjahr konnte das Unternehmen den Rekordumsatz von 141 Milliarden Kronen (13,9 Milliarden Euro) melden.

Das langfristige Absatzziel von 800.000 Autos binnen 12 Monaten wurde annähernd erreicht. Zuletzt gab es allerdings einen Rückschlag, den Volvo mit dem branchenweit beklagten Mangel an Teilen wie Halbleitern begründete. Im September ging der Absatz um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Die Chinesen hatten Volvo Cars 2010 für 1,8 Milliarden Dollar vom US-Autokonzern Ford übernommen. Der Autobauer Volvo Cars ist seit 1999 vom schwedischen Lkw-Hersteller Volvo AB getrennt, der bereits an der Börse notiert ist - inzwischen ebenfalls mit Geely als Großaktionär. Li Shufu ist zudem größter Einzelaktionär des deutschen Daimler-Konzerns mit einem Anteil von rund 9,7 Prozent.

ak/DPA
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