Donnerstag, 12. Dezember 2019

IPO noch vor Sommerpause Traton-Börsengang fällt wohl deutlich kleiner aus

Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter

Im März noch hatte der Volkswagen-Konzern den Börsengang seiner Lkw- und Bustochter vorerst auf Eis gelegt - wegen des schwachen Marktumfeldes, wie es seinerzeit hieß. Nun aber will es Volkswagen Börsen-Chart zeigen wissen und bereitet den IPO mit Hochdruck vor. Der Börsengang solle vorbehaltlich der Marktbedingungen voraussichtlich vor der Sommerpause abgeschlossen sein - vorbehaltlich der Marktbedingungen, wie Volkswagen am Montagabend mitteilte.

Volkswagen strebt eine Notierung in Frankfurt am Main und in Stockholm an. Die Aktien kommen demnach aus dem Bestand von Volkswagen, es soll keine Kapitalerhöhung geben. Der Konzern will auch nach dem Börsengang die Mehrheit an Traton halten.

Angaben zum geplanten Volumen machte Volkswagen nicht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren haben will, sollen zunächst nur 10 bis 15 Prozent der Traton-Anteile platziert werden. Bei einer Bewertung von ungefähr 15 Milliarden Euro wäre die Emission damit etwa zwei Milliarden Euro schwer. Renschler hatte ursprünglich einen Anteil von 25 Prozent angestrebt. Das Geld soll die Sparte vor allem im Wettbewerb mit Nutzfahrzeugherstellern wie Daimler stärken.

Wohl nur 10 bis 15 Prozent sollen an die Börse kommen

Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter. Der Verbund beschäftigt laut VW rund 81.000 Mitarbeiter an 29 Produktions- und Montagestandorten in 17 Ländern und verkaufte im Jahr 2018 fast 233.000 Fahrzeuge.

Traton-Chef Andreas Renschler sagte: "Der Börsengang ist ein wichtiger Meilenstein für Traton. Er unterstreicht, dass wir in etwas mehr als drei Jahren als Gruppe mit führenden Marken zusammengewachsen sind."

Auch der Traton-Betriebsrat hatte den geplanten Börsengang zuletzt als eine zukunftsweisende Entscheidung bezeichnet, die von der Belegschaft positiv begleitet werde. "Es musste und muss sich niemand Sorgen um seinen Job machen", hatte Betriebsratschef Saki Stimoniaris im Mai gesagt.

Für das Geschäftsjahr 2018 hatte Traton im Februar einen um 6 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro gesteigerten Umsatz vermeldet und einen leichten Umsatzanstieg für das aktuelle Jahr angepeilt.

rei/dpa/Reuters

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