Samstag, 7. Dezember 2019

Börsengang der Lkw-Sparte fällt kleiner aus VW-Tochter Traton soll am 28. Juni an die Börse

Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter

Volkswagen will die Tochtergesellschaft Traton am 28. Juni an die Börse bringen. Bei dem Börsengang peilt VW für die Lkw-Sparte mit den Marken MAN und Scania eine Gesamtbewertung von 13,5 Milliarden Euro bis 16,5 Milliarden Euro an, teilte der Konzern in der Nacht zu Freitag mit.

Zunächst sollen 10 bis 11,5 Prozent von Traton in den Streubesitz wandern. So würde VW zwischen 1,55 und 1,9 Milliarden Euro mit dem IPO einspielen. Pro Aktie wurde die Preisspanne mit 27 bis 33 Euro festgelegt. Die Papiere sollen zwischen dem 17. und 27. Juni angeboten werden. "Der Börsengang hat das klare Ziel, Mehrwert für unsere Stakeholder zu schaffen", erklärte Volkswagen-Finanzvorstand Frank Witter.

Eigentlich hatte Volkswagen die Sparte schon vor Ostern an die Börse bringen wollen. Das Vorhaben wurde aber mit Verweis auf ein schwaches Marktumfeld aufgeschoben. Ursprünglich war angedacht, bis zu 25 Prozent der Anteile zu platziert, beim Erlös hatte Traton auf bis zu sechs Milliarden Euro gehofft. Investmentbanker hatten das aber als zu ehrgeizig bezeichnet. Der Lkw- und Bus-Hersteller hat nach früheren Angaben keinen akuten Kapitalbedarf, will sich mit dem Börsengang aber die Möglichkeit schaffen, Übernahmen ohne den Wolfsburger Mutterkonzern zu finanzieren.

Nun erklärte Volkswagen, bei dem Börsengang würden zunächst 50 Millionen Aktien angeboten. Möglich sei zudem sei eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von weiteren 7,5 Millionen Papieren. Abhängig von der endgültigen Anzahl der platzierten Aktien und dem Ausgabepreis liege das Gesamtangebotsvolumen zwischen 1,553 Milliarden Euro und 1,898 Milliarden Euro.

"Wir haben die Zielgerade fast erreicht und sind voller Zuversicht", erklärte Traton-Vorstandschef Andreas Renschler. "Wir sind überzeugt, dass Traton ein attraktives Investment ist, und das Feedback von Investoren und Analysten bestärkt uns darin." Die Nutzfahrzeug-Sparte hatte 2018 einen operativen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro und einen Umsatz von 25,9 Milliarden Euro ausgewiesen.

rei/Reuters

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