Vorbereitung für Teilverkauf der Europa-Sparte Vodafone treibt Börsengang der europäischen Funkturmsparte voran

Mobilfunkmast von Vodafone auf Usedom: Der britische Telekom-Riese will die Sparte zum Teil an die Börse bringen

Mobilfunkmast von Vodafone auf Usedom: Der britische Telekom-Riese will die Sparte zum Teil an die Börse bringen

Foto: Stefan Sauer/ DPA

Der britische Mobilfunker Vodafone macht laut Insidern beim Teilverkauf seiner europäischen Funktürme nach der Erholung der Aktienmärkte wieder Tempo. Der Konzern habe Übernahmeberater aufgefordert, ihre Vorschläge für den geplanten Börsengang im kommenden Monat einzureichen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete.

Das Geschäft solle nach Möglichkeit schon früh im Jahr 2021 an die Börse gebracht werden und dabei nach Vorstellung des Konzerns mit 10 bis 20 Milliarden Euro bewertet werden. Vodafone selbst könnte dann durch den Teilverkauf mehr als 2 Milliarden Euro erzielen. Zum Vergleich: die Briten bringen es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet und 37,5 Milliarden Euro.

Verkauf von Funkmasten hilft Telekom-Konzernen Bilanzen zu entlasten

Das Vodafone-Management hatte einen Verkauf oder zumindest Teilverkauf der Funktürme bereits Mitte vergangenen Jahres angekündigt. Der Verkauf von Funkmasten ist aktuell in Mode bei Telekomkonzernen. Die Veräußerungen helfen ihnen, ihre Bilanzen zu entlasten und Geld für Investitionen in das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einzusammeln. So beabsichtigt der spanische Telekomriese Telefonica nach jüngsten Meldungen offenbar den Verkauf von gut 10.000 Funkmasten seiner deutschen Tochter Telefonica Deutschland. Im Gespräch sei eine Verkaufssumme von 1,5 Milliarden Euro.

Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten zudem als attraktives Investment für professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind.


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Erst Anfang Juni hatte der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland (O2) erneut Funkmasten an eine andere Tochter seines spanischen Mutterkonzerns Telefonica ausgelagert: 10 100 Masten gingen für insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Telxius.

dpa/rei