Impfstoff-Transport Aktie von Thermoboxen-Hersteller Va-Q-Tec schwankt stark

Corona bestimmt die Börsenkurse: Nachdem Aktien der Impfstoffhersteller bereits heftige Kurssprünge verzeichnet haben, sind nun die Logistiker an der Reihe. Schließlich muss beispielsweise der BioNTech-Impfstoff gekühlt transportiert werden.
Thermoboxen-Hersteller VA-Q-Tech in Würzburg: Der Impfstoff von BioNTec gegen Covid-19 muss gekühlt transportiert werden. Die Aktie des Thermoboxen-Herstellers profitiert davon

Thermoboxen-Hersteller VA-Q-Tech in Würzburg: Der Impfstoff von BioNTec gegen Covid-19 muss gekühlt transportiert werden. Die Aktie des Thermoboxen-Herstellers profitiert davon

Foto: va-Q-tec

Die Aktien des Thermoboxenherstellers von Va-Q-Tec  sind seit der Corona-Krise im Blick der Investoren: Seit März hat sich der Kurs der Aktie verdreifacht und notiert aktuell bei rund 30 Euro. Im Oktober hatten die Papiere zeitweise deutlich über 40 Euro notiert - da der Impfstoff von Biontech und Pfizer bei minus 70 Grad transportiert werden muss, schnellte der Kurs stark in die Höhe. Anschließend setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein: Im Gegensatz zum Impfstoff von Biontech muss der Impfstoff von Moderna nicht tiefgekühlt transportiert werden.

Va-Q-Tec produziert unter anderem Thermoboxen und Container zum Transport von temperatursensiblen Gütern und wird an der Börse als ein potenzieller Profiteur einer weltweiten Impfkampagne gegen Covid-19 gehandelt. Ende vergangener Woche hatte das Würzburger Unternehmen eine Vereinbarung mit einem "globalen Top-Pharmahersteller" zur Lieferung von Thermocontainern geschlossen, mit denen der Impfstoff nach der erwarteten Zulassung im ersten Quartal 2021 weltweit ausgeliefert werden soll. Den Namen des Auftraggebers nannte Va-Q-Tec nicht. Der Auftrag hat nach Unternehmensangaben ein hohes einstelliges Millionen-Euro-Volumen und ist einer der größten in der Thermocontainer-Branche überhaupt.

Der beispielsweise von BioNTech und Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff muss bei Temperaturen von minus 70 Grad transportiert werden. Die Thermoboxen von Va-Q-Tec können diese Temperatur dem Unternehmen zufolge selbst bei extremen Außentemperaturen bis zu 120 Stunden lang gewährleisten - und zwar unabhängig von externer Energiezufuhr.

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"Impfstoff-Aufträge werden immer wahrscheinlicher"

Der Tübinger Impfstoffhersteller CureVac hatte gerade erst bekannt gegeben, dass sein derzeit in der Entwicklung befindlicher Corona-Impfstoff monatelang bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden könne. Ein Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Vakzin von BioNTech. Allerdings befindet sich der CureVac-Impfstoff noch in einer frühen Phase der klinischen Prüfungen und wird wohl erst deutlich später auf den Markt kommen.

"Impfstoff-Aufträge werden immer wahrscheinlicher", hatte unlängst die Berenberg Bank angemerkt. Sollte die Auslieferung von Impfstoffen beginnen, könnten sich die vorhandenen Kapazitäten rasch als unzureichend erweisen - und sich die Auftragsbücher von Va-Q-Tec schnell füllen.

Va-Q-Tec wurde 2001 vom Gründer und heutigen CEO Joachim Kuhn (56) als Spin-off aus dem Zentrum für Angewandte Energieforschung ausgegründet. Die Weltweit rund 450 Mitarbeiter erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von 64,7 Millionen Euro. Die Aktien der Würzburger sind seit September 2016 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Damals wurden die Papiere zu 12,30 Euro je Aktie ausgegeben.

mg/dpa-afx
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