US-Börsenaufsicht SEC-Chef Gensler warnt vor Krypto-Anlagen

Der Wert der Kryptowährungen ist zuletzt deutlich gefallen. Nun ruft Gary Gensler, Chef der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, die Anleger zu mehr Skepsis auf. Er warnt vor allem vor den hohen Renditeversprechen von Krypto-Lending-Plattformen.
Ruft Krypto-Anleger zu mehr Vorsicht auf: SEC-Chef Gary Gensler

Ruft Krypto-Anleger zu mehr Vorsicht auf: SEC-Chef Gary Gensler

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Jonathan Ernst / REUTERS

Seine kritische Einstellung gegenüber digitalen Währungen ist hinreichend bekannt. So betitelte Gary Gensler (64), Vorsitzender der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC), den Kryptomarkt schon mal als "wilden Westen". Nun äußerte er sich erneut negativ – gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters warnte Gensler die Investoren am Kryptomarkt davor, auf zu hohe Renditeversprechen insbesondere von Krypto-Lending-Plattformen zu setzen.

Solch hohe Renditeversprechen sind für Gensler ein Warnzeichen, um skeptisch zu werden. "Wenn es zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es möglicherweise zu gut, um wahr zu sein", sagte der SEC-Chef auf einer Branchenveranstaltung.

Am Markt für Cyberdevisen hatte Investoren zuletzt die Schieflage von Celsius Networks besorgt, einem Anbieter von Kryptowährungskrediten. Celsius hatte erklärt, Abhebungen und Überweisungen zwischen Konten ruhen zu lassen, um die Liquidität und den Betrieb zu stabilisieren. Das Unternehmen verleiht digitales Geld, vergibt mit Kryptowährungen besicherte Kredite und bietet Sparprodukte für Kunden an, die ihre Cyberdevisen bei dem Unternehmen anlegen. Auf ihrer Webseite wirbt das Unternehmen sogar mit jährlichen Renditen von bis zu 17 Prozent.

Der Bitcoin, die weltweit größte Kryptowährung brach daraufhin zweistellig ein und stürzte mit 17.666 auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten. Im November 2021 notierte die Cyberdevise noch bei knapp 69.000 US-Dollar.

Am Markt wurde befürchtet, dass andere Unternehmen aus der Branche mit in den Abgrund gerissen werden. Ein Problem sei, dass Firmen wie Celsius in einer Grauzone operierten, anders als klassische Banken unterlägen sie keiner klaren Regulierung mit entsprechenden Offenlegungspflichten.

Entlassung Tausender Mitarbeiter

Seit Gensler den Vorsitz der US-Börsenaufsicht im April 2021 übernommen hat, wurden die Bestrebungen um eine Regulierung des Kryptomarktes verstärkt. Gensler gilt als ein Experte für digitale Währungen und möchte auch auf diesem Gebiet den Schutz der Anleger ausbauen. Zu Jahresbeginn musste daher bereits die Krypto-Lending-Plattform Blockfi eine Strafe von 100 Millionen US-Dollar zahlen.

Zuletzt hatten mehrere Firmen der Branche die Entlassung Tausender Mitarbeiter angekündigt. Vor diesem Hintergrund hatten sich Anleger auch von Aktien aus dem Kryptowährungssektor und von Unternehmen getrennt, die sich mit den Cyberdevisen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen.

hr/Reuters