Fehlstart zur US-Berichtssaison Mit Alcoa beginnt das Zittern an der Wall Street

Der Aluminium-Konzern Alcoa gibt traditionell den Ton für die US-Berichtssaison vor. Diesmal macht Konzernchef Klaus Kleinfeld den Anlegern wenig Freude: Gewinn und Umsatz sind eingebrochen. Das Zittern an der Wall Street beginnt.
Von mm-newsdesk
Kein guter Auftakt der US-Berichtssaison: Alcoa enttäuscht die Anleger

Kein guter Auftakt der US-Berichtssaison: Alcoa enttäuscht die Anleger

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Die niedrigen Preise für Aluminium setzen den amerikanischen Branchenriesen Alcoa  unter Druck. Der Stellenabbau könnte nun mit bis zu 2000 Arbeitsplätzen doppelt so hoch ausfallen wie bisher geplant. Der Gewinn im ersten Quartal brach im Jahresvergleich von 195 auf 16 Millionen Dollar ein, teilte Alcoa in der Nacht zu Dienstag mit.

Der Konzern macht traditionell den Auftakt für die Saison der Quartalsberichte und gilt auch als ein Indikator für die Konjunktur-Entwicklung, weil Aluminium in vielen Branchen eingesetzt wird.

Wenn man dem folgte, stünde der Wall Street und den Anlegern jedenfalls keine gute Berichtssaison bevor. Denn Alcoas bereinigter Gewinn je Aktie fiel von 28 Cent im ersten Quartal 2015 auf 7 Cent. Analysten hatten allerdings mit einem noch heftigeren Rückgang auf 2 Cent gerechnet.

Ob es tatsächlich ähnlich schlimm für den Rest der Wall Street kommt, muss sich noch zeigen. Analysten jedenfalls erwarten im Schnitt der 500 im S&P notierten Firmen einen Gewinnrückgang von gut 9 Prozent. Das wäre das dritte Quartal in Folge mit einem Gewinnrückgang.

Umsatz fällt deutlich stärker als erwartet

Der Umsatz von Alcoa fiel im Jahresvergleich um rund 15 Prozent auf 4,95 Milliarden Dollar (4,34 Millairden Euro) und damit deutlich stärker als erwartet. Alcoa macht dafür auch Währungseffekte wie den stärkeren Dollar-Kurs im Verhältnis zum Euro verantwortlich. Die größte Druck auf den Markt kommt aber aus dem Rückgang der Bauaktivität in Asien, vor allem in China.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Anleger enttäuscht: Im nachbörslichen Handel fiel der Kurs der Alcoa-Aktie um mehr 4 Prozent als 3 Prozent und gab damit die Gewinne aus dem regulären Geschäft wieder ab.

Alcoa will sich im zweiten Halbjahr 2016 in zwei Unternehmen aufspalten. Die klassische Herstellung von Rohmaterialien wird von dem Geschäft mit technologisch anspruchsvolleren Produkten getrennt, das unter dem Namen Arconic laufen soll. Unter dem Namen Alcoa soll weiter das traditionelle Geschäft laufen.

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Konzernchef Klaus Kleinfeld betonte nach Vorlage der Zahlen, dass alle künftigen Arconic-Bereiche profitabler geworden seien, angeführt von Auto-Geschäft und Flugzeugbau. Zugleich reagiert er auf eine schwächere Nachfrage: Im ersten Quartal wurden in den Arconic-Segmenten 600 Arbeitsplätze gestrichen, 400 sollen nun folgen - und der Abbau von 1000 weiteren werde erwogen. Alcoa stehe unter einem "enormen Druck" der Flugzeugbauer, sagte Kleinfeld. Für die Sparte, die sie bedient, wurde die Umsatzerwartung für dieses Jahr von sieben auf sechs Milliarden Dollar gekappt.

Im traditionellen Alcoa-Geschäft fiel der Umsatz um fast ein Drittel auf 2,1 Milliarden Dollar.

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rei/dpa
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