Unternehmensbewertung Der Hype um die Billion Dollar Babies

Der Fahrdienst Uber, der Zimmervermittler AirBnB, der Cloudservice Dropbox und nun auch noch die Foto-App Snapchat: Immer mehr US-Start-ups knacken bei der Bewertung die Zehn-Milliarden Dollar-Marke. Gewinne? Fehlanzeige. manager magazin stellt die größten Tech-Wetten vor.
Mitnehmdienst Uber: 18,2 Milliarden Dollar Unternehmenswert

Mitnehmdienst Uber: 18,2 Milliarden Dollar Unternehmenswert

Foto: DPA

Der Fahrdienst Uber ist mit umgerechnet 18,2 Milliarden Dollar (13,8 Milliarden Euro) eínes der am höchsten gehandelten Tech-Unternehmen. Würde Uber an der Börse gehandelt, wäre er damit mehr wert als der Sportartikelkonzern Adidas  , der aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 12,4 Milliarden Euro kommt.

Allein bei seiner letzten "Series D" Finanzierung im Juni sammelte der unter anderem von Amazon-Chef Jeff Bezos, Google  , Goldman Sachs  und Blackrock finanzierte Fahrdienstbetreiber 1,2 Milliarden Dollar von einem Konsortium unter der Führung von Fidelity Investment ein. Was dem Unternehmen laut "Wall Street Journal" eine nominelle Bewertung von 18,2 Milliarden Dollar bescherte.

Das fünf Jahre junge Unternehmen kämpft nicht nur mit harten Bandagen gegen seine Mitbewerber, sondern ist auch in zahlreiche teure Rechtstreitigkeiten verstrickt, um seine weltweite Expansion fortsetzen zu können. Ebenso wie Airbnb sieht sich Uber als Vertreter der wohlklingenden "Share Economy" - ist bei der Durchsetzung der eigenen Geschäftsinteressen aber nicht zimperlich.

Auch beim Geschäftsmodell stehen die Zeichen auf Expansion. In den USA experimentiert Uber bereits mit Lieferdiensten, weitet aktuell seine Dienste für Geschäftskunden aus und kooperiert seit neuestem auch mit Unternehmen wie American Airlines, Starbucks oder Open Table.

Airbnb - Bewertet mit zehn Milliarden Dollar

Airbnb - zehn Milliarden Dollar wert?

Airbnb - zehn Milliarden Dollar wert?

Foto: Airbnb

Auch der gerade einmal sechs Jahre alte Zimmervermittler Airbnb hat es in kürzester Zeit in die Liga der Billion-Dollar-Babies geschafft.Seit der letzten Finanzierungsrunde im August kommt Airbnb auf einen nominellen Unternehmenswert von zehn Milliarden Dollar. Damit ist das Unternehmen, in dem neben dem Finanzinvestor Andreessen Horowitz auch Jeff Bezos und der Schauspieler Ashton Kutcher Geld investiert haben, nominell fast halb so viel wert wie die Hilton Group  (Marktkapitalisierung von 25 Milliarden). Und das, ohne jemals in der Unternehmensgeschichte einen Gewinn ausgewiesen zu haben.

Das Wachstum von Airbnb, das sowohl von Vermietern als auch von Mietern eine Vermittlungsgebühr einstreicht, ist beachtlich. Nach eigenen Angaben hat Airbnb mittlerweile 17 Millionen Kunden in 190 Ländern. Und das Unternehmen hat sein Geschäftsmodell stetig erweitert . Mit rechtlichen Streitigkeiten und einer aufkommenden Steuerdebatte sind jedoch noch viele Hürden zu nehmen.

Dropbox - seit Anfang des Jahres im 10-Milliarden-Dollar-Club

Dropbox: Zehn Milliarden Dollar wert

Dropbox: Zehn Milliarden Dollar wert

Foto: Dropbox

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Ein weiteres Mitglied im 10-Milliarden-Dollar-Club ist seit Januar der Cloudspeicherdienst Dropbox. Erst sieben Jahre alt. hat das Unternehmen bereits 200 Millionen Nutzer - von denen wegen des "Freemium"-Geschäftsmodells (Basisdienste frei, Premiumdienste kostenpflichtig) allerdings nur ein Teil für die Dienste zahlen.

Investiert sind unter anderem Sequoia, Goldman Sachs und Benchmark. Profitabel ist Dropbox bislang nicht. Und Imitatoren des Geschäftsmodells gibt es mittlerweile reichlich - auch unter den Großen der Tech-Welt. Google  ist inzwischen mit einem eigenen Speicherdienst unterwegs.

Snapchat - der Neuzugang

Snapchat: Lösen sich, ebenso wie die Fotos, bald auch die hohen Bewertungen in Luft auf?

Snapchat: Lösen sich, ebenso wie die Fotos, bald auch die hohen Bewertungen in Luft auf?

Foto: LIONEL BONAVENTURE/ AFP

Mit dem aktuellen 20-Millionen-Dollar-Investment der Finanzfirma Kleiner Perkins ist auch Snapchat in den Olymp der Firmen mit einer Zehn-Milliarden-Dollar-Bewertung aufgestiegen.

Die Snapchat-App, mit der man Bilder verschicken kann, die sich beim Ansehen nach wenigen Sekunden von selbst löschen, ist vor allem bei Jungendlichen sehr beliebt. Angeblich hat die Anwendung mittlerweile 100 Millionen Nutzer.

Ein Kaufangebot im Wert von drei Milliarden Dollar seitens Facebooks soll der Fotodienst im vergangenen Jahr ausgeschlagen haben. Angesichts der Beliebtheit von Snapchat kopieren allerdings immer mehr Konkurrenten das Geschäftsmodell.

Pinterest - eine Pinnwand für fünf Milliarden Dollar

Pinterest: Schwer angesagt und mit fünf Milliarden Dollar bewertet

Pinterest: Schwer angesagt und mit fünf Milliarden Dollar bewertet

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Auch Pinterest, eine Art digitale Pinnwand, auf der man Bilder mit anderen teilen kann, ist ein Liebling der Investoren. Seit der letzten Finanzierungsrunde im Mai ist das Unternehmen nominell ganze fünf Millliarden Dollar wert.

Investiert sind neben Andreessen Horrowitz auch die Ex-Paypal-Manager Max Lechvin und der heutige Yelp-CEO Jeremy Stoppelman. Mit 250 "Pinnern" hat Pinterest zwar schon eine beachtliche Nutzerzahl. Bei der Kommerzialisierung steht das Unternehmen aber noch ganz am Anfang.

Jawbone - 3,3 Milliarden Dollar Unternehmenswert

Foto: Matthias Kremp

Der Lautsprecherhersteller Jawbone, der mit seinem Fitnessarmband internationale bekannt wurde, ist eine weitere Milliarden-Dollar-Wette. Seit der letzten Investitionsrunde im Februar liegt der Unternehmenswert nominell bei 3,3 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro).

Investiert in Jawbone sind unter anderem Sequoia, Andreessen Horowitz, die Deutsche Telekom  und JPMorgan Chase . Jawbone bewegt sich mit seinen Armbändern in einem Boomsektor. Allerdings bringen sich mit Apple  und Samsung  zunehmend auch immer größere Unternehmen in Stellung, die vom Selbstvermessungstrend ebenfalls profitieren wollen.

Square - Unternehmenswert von 3,3 Milliarden Dollar

Starbucks: CEO und Square-Investor Howard Schultz experimentiert viel und gerne mit den Bezallösungen von Square

Starbucks: CEO und Square-Investor Howard Schultz experimentiert viel und gerne mit den Bezallösungen von Square

Foto: REUTERS

Auch der Bezahldienstleister Square, der unter anderem ein Aufsteckgerät für Händler zur Annahme von Kreditkartenzahlungen vertreibt, ist oder war zumindest lange Zeit bei den Investoren heiß begehrt. Bei 3,3 Milliarden liegt der nominale Wert des Unternehmens, in dem unter anderem Starbucks, Khosla Ventures und Kleiner Perkins investiert sind.

Die letzte Finanzierungsrunde ist allerdings schon fast zwei Jahre her - und seitdem macht sich international Konkurrenz breit. Auch Amazon  hat zumindest Teile des Geschäftes von Square mittlerweile für sich entdeckt .