Geplanter Börsengang United Internet treibt Pläne für Ionos-IPO voran

Beim Internet- und Mobilfunk-Anbieter United Internet konkretisieren sich die IPO-Pläne für die Webhosting-Tochter Ionos. Der Börsengang ist nun für 2023 geplant.
Hält die Mehrheit der Anteile: United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth

Hält die Mehrheit der Anteile: United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Der Digitalkonzern United Internet treibt die Pläne für einen Börsengang seiner Cloud- und Webhostingtochter Ionos voran. Im Rahmen der Vorbereitungen für die 2023 geplante Ausgabe von Ionos-Anteilen werde ein internationales Bankenkonsortium beauftragt, teilte der MDax-Konzern am Montag in Montabaur mit.

Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre sei ein Börsengang der nächste Schritt, der die Positionierung des Unternehmens als ein führender Digitalisierungspartner von Freiberuflern und kleinen sowie mittleren Unternehmen und als leistungsfähiger europäischer Cloud-Anbieter widerspiegele. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen.

Von der Mandatierung bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel fünf bis sechs Monate. United Internet, an dem der Gründer Ralph Dommermuth (58) die Mehrheit der Anteile hält, legt sich aber nicht auf einen Zeitpunkt fest. Der Börsengang hänge auch vom Marktumfeld ab.

United Internet hatte die Börsenpläne für Ionos bereits im Herbst 2021 öffentlich gemacht, musste sie wegen der Turbulenzen an den Märkten aber auf die lange Bank schieben. Sie sollen dem Finanzinvestor Warburg Pincus, der mit 24,9 Prozent an Ionos beteiligt ist, auch eine Ausstiegsmöglichkeit geben. Das "Handelsblatt" hatte vor knapp einem Jahr eine Marktkapitalisierung von rund fünf Milliarden Euro für realistisch gehalten. Ionos konkurriert mit Cloud-Anbietern wie GoDaddy und OVHCloud.

United Internet im Umbruch

Ionos kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 1,06 Milliarden Euro, das ist ein knappes Fünftel der Erlöse des Gesamtkonzerns. In der Sparte sind laut Firmenangaben mehr als 4000 Menschen beschäftigt.

United Internet ist im Umbruch. Die Sparte Konsumentenapplikationen mit den Maildiensten GMX und Web.de steht im Schaufenster, sie könnte in geraumer Zeit verkauft werden. Die Tochter 1&1 wiederum sitzt mit Hochdruck am Bau des vierten deutschen Mobilfunknetzes.#

Die milliardenschwere Investition ist für 1&1 ein finanzieller Kraftakt. Unlängst hatte die Firma Verzögerungen bekannt gegeben und dies mit Lieferproblemen von Ausbaupartnern begründet. An der für Sommer 2023 geplanten Öffnung des Netzes für Handynutzer wird aber festgehalten.

hr/dpa-afx
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