Übernahme durch Vonovia Deutsche Wohnen wohl schon bald nicht mehr im Dax

Der dritte Anlauf ist offenbar erfolgreich: Der Wohnungskonzern Vonovia hat sich inzwischen mehr als 87 Prozent der Aktien des Konkurrenten Deutsche Wohnen gesichert. Letzterer wird daher wohl in Kürze den Leitindex Dax verlassen müssen.
Leitindex, ade: Die Deutsche Wohnen wird von Vonovia geschluckt

Leitindex, ade: Die Deutsche Wohnen wird von Vonovia geschluckt

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Die Deutsche Wohnen steht vor dem Abschied aus dem Leitindex Dax. Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia hält nach Ablauf der zweiten Annahmefrist 87,6 Prozent an der bisherigen Nummer zwei in der Branche, wie das Unternehmen in Bochum mitteilte. Der Streubesitz von Deutsche Wohnen ist damit zu gering, um sich im Index der 40 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland zu halten.

Die Deutsche Börse reagiert in solchen Fällen meist innerhalb weniger Tage. Bei der Index-Reform im September hatte der Hamburger Konsumgüterhersteller Beiersdorf den Wiedereinzug in den Dax knapp verpasst. Er könnte nun für die Deutsche Wohnen nachrücken.

Vonovia hat für Deutsche-Wohnen-Aktien bisher rund 17 Milliarden Euro ausgegeben und bewirtschaftet nach der Megafusion der beiden Dax-Konzerne 568.000 Wohnungen. "Wir können jetzt mit vereinten Kräften die großen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen im Wohnungsmarkt angehen", erklärte Vorstandschef Rolf Buch (56). "Wir stehen zu unserer Verantwortung, gemeinsam mit der Politik an konkreten Lösungen für bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum zu arbeiten."

Buch hatte lange um die Übernahme zittern müssen, im ersten Anlauf hatte der Branchenriese sogar die angestrebte Mehrheit verpasst. Erst indem der Bochumer Konzern auf alle Bedingungen verzichtete, entzog er allen Spekulationen auf ein Scheitern die Grundlage. Die Deutsche-Wohnen-Aktionäre sollen bis kommenden Dienstag (2. November) ihr Geld bekommen, 53 Euro je Aktie.

cr/Reuters
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