Dienstag, 23. Juli 2019

Kursverluste beim Start des Mega-IPO Der Uber-Fall - Fahrdienst floppt bei Börsengang

Freude bei Uber-Chef Dara Khosrowshahi und seiner Mannschaft an der New Yorker Börse - allerdings wohl kaum über den Kursverlauf.

Der mit Spannung erwartete Börsengang des Fahrdienstvermittlers Uber hat den neuen Investoren Kursverluste gebracht. Die Aktien starteten bei ihrem Debüt an der US-Techologiebörse Nasdaq am Freitag mit 42 Dollar, mehr als 6 Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar. Schon diesen Wert hatte das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen aus Kalifornien nahe dem unteren Ende der Preisspanne von 44 bis 50 Dollar festgelegt.

Uber kam auch damit noch auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 80 Milliarden Dollar und ist damit ungefähr so viel wert wie der weltgrößte Auto-Hersteller Volkswagen.

Der kleinere Uber-Rivale Lyft hatte im März Aktien zu einem Preis von je 72 Dollar platziert, seither ging es mit dem Kurs allerdings fast nur bergab. Am Mittwoch hatten die Titel ein Rekordtief von 52 Dollar erreicht.

Uber erlöst rund 8,1 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro). Angesichts der schlechten Stimmung am Markt hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Nachfrage nach den Papieren eher verhalten sein dürfte.


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Aufgrund der jüngsten Verluste an den Börsen war in den vergangenen Tagen schon spekuliert worden, dass der Zeitpunkt für Ubers Premiere sich als unglücklich erweisen könnte. Für Skepsis sorgte auch schon länger, dass Ubers kleinerer Rivale Lyft, der im März an die Börse ging, besonders unter Druck steht. Uber hatte bei der Festlegung der Preisspanne bereits zurückhaltend agiert. Voriges Jahr wurde Uber noch eine Bewertung von 120 Milliarden Dollar zugetraut.

Uber lockt Anleger mit starkem Wachstum. 2018 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Im Fahrdienst-Kerngeschäft geriet das Wachstum in den letzten Quartalen allerdings ins Stocken. Zudem steckt Uber tief in den roten Zahlen. Ohne Sondererlöse durch den Verkauf von Geschäftsteilen fiel im vergangenen Jahr ein Minus von fast 1,9 Milliarden Dollar an.

cr/rei/dpa/rtr

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