Mittwoch, 11. Dezember 2019

Türkische Lira fällt deutlich Trump droht Türkei mit wirtschaftlicher Zerstörung

 " ... werde ich die Wirtschaft der Türkei total zerstören": US-Präsident Donald Trump
AP Photo/Evan Vucci
" ... werde ich die Wirtschaft der Türkei total zerstören": US-Präsident Donald Trump

Die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump hat die türkische Lira Börsen-Chart zeigen auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat gedrückt. Die türkische Währung gab am Montag 2 Prozent nach, ein Dollar wurde mit 5,8061 Lira gehandelt.

"Wie ich es schon gesagt habe, und nur um das zu wiederholen, wenn die Türkei irgendetwas tut, das ich, in meiner großen und unübertroffenen Weisheit als falsch bewerte, werde ich die Wirtschaft der Türkei total zerstören und auslöschen (ich habe das schon getan!)", schrieb Trump am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Trump machte nicht deutlich, was genau gegen seine "Weisheit" verstoßen würde. Ihm war zuvor auch von Vertrauten wie dem US-Senator Lindsey Graham vorgeworfen worden, die bisherigen kurdischen Verbündeten in Nordsyrien im Stich zu lassen.

Die USA haben am Montag mit dem Abzug ihrer Truppen aus Syrien begonnen. Trump twitterte dann, es sei an der Zeit, aus diesen "endlosen lächerlichen Kriegen" herauszukommen und "unsere Soldaten nach Hause zu bringen". Nun wird mit einem Militäreinsatz der Türkei gegen die Kurden-Miliz YPG gerechnet.

Im Januar hatte Trump der Türkei mit wirtschaftlicher Vernichtung gedroht, sollten sie die Kurden in Syrien angreifen. Im August vergangenen Jahres hatte Trump mit Sanktionen die Türkische Lira auf Talfahrt geschickt. Dabei ging es allerdings um einen in der Türkei gefangen gehaltenen US-Pastor, nicht um die Kurden in Syrien.

Die Türkei will bisher mit den USA verbündete Kurdenmilizen aus der Grenzregion vertreiben und dort syrische Flüchtlinge ansiedeln. Die von Kurden dominierten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) bestätigten, dass der Abzug von US-Truppen aus der Grenzregion begonnen habe. Die SDF waren Verbündete der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

In seinen Tweets am Montag forderte Trump die Türkei und die Europäer dazu auf, über die gefangen genommenen IS-Kämpfer und deren Familien zu wachen. "Die Vereinigten Staaten haben mehr gemacht, als jemals hätte erwartet werden können." Es sei jetzt an der Zeit für andere in der Region, ihr eigenes Territorium zu beschützen.

rei/Reuters/dpa-afx

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