Audioboxen für Kinder Tonies erreicht Milliardenwert an der Börse

Die Audioboxen-Firma Tonies ist über eine Zweckgesellschaft an die Börse gegangen. Auf Anhieb erreicht das Düsseldorfer Unternehmen eine Marktkapitalisierung über einer Milliarde Euro.
Milliarden im Kubik: Die Hörwürfel von Tonies wurden bisher 2,4 Millionen Mal verkauft

Milliarden im Kubik: Die Hörwürfel von Tonies wurden bisher 2,4 Millionen Mal verkauft

Der Audio-Boxen-Hersteller Tonies hat den Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. Das vor acht Jahren gegründete Unternehmen, das für Kinder Musik- und Hörspielboxen herstellt, wird dadurch mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Wie Tonies am Montag erklärte, wird der Bruttoerlös aus dem Börsengang von rund 190 Millionen Euro in die Expansion gesteckt. Vor allem in den USA wollen die Düsseldorfer ihr Geschäft ausbauen. Die Aktie  legte zum Handelsstart um 20 Prozent auf 14,50 Euro zu, pendelte sich dann aber leicht über 13 Euro ein.

Die Gründer wählten für den Gang aufs Börsenparkett das Schnellverfahren über einen sogenannten SPAC. Das zuvor unter dem Namen Boxine firmierende Unternehmen fusionierte dazu mit der bereits im April an der Börse gestarteten Zweckgesellschaft 468 Spac, die als leerer Börsenmantel den einzigen Zweck hat, ein Unternehmen zu übernehmen und es an die Börse zu bringen. Hinter 468 Spac steht unter anderem Ex-Rocket-Internet-Vorstand Alexander Kudlich. Die beiden Gründer von Tonies Patric Faßbender und Marcus Stahl bleiben Vorstände der Gesellschaft. "Als börsennotiertes Unternehmen sind wir nun bestens gerüstet, um unsere kategorieführende Position zu stärken und neue, innovative Unterhaltungsformate für Kinder auf der ganzen Welt einzuführen", erklärte Faßbender. Stahl bezeichnete die Notierung an der Frankfurter Börse als wichtigen "Meilenstein" für das zukünftige Wachstum des Unternehmens und dessen "ehrgeizigen Expansionspläne".

Tonies stellt Audioboxen für Kinder her. Mit Figuren wie Pippi Langstrumpf oder Winnie Puuh können Hörspiele oder Lieder über diese Boxen abgespielt werden. Tonies hat nach eigenen Angaben 2,4 Millionen solcher Boxen verkauft und mehr als 25 Millionen Figuren. Für 2021 wird ein Umsatz von 172 Millionen Euro angepeilt. Bis 2025 soll er auf 700 Millionen Euro steigen.

Für den Börsengang auf Spacs zu setzen, liegt derzeit bei einer Reihe von Unternehmen im Trend. Ein eigenes operatives Geschäft haben Spacs nicht - einziges Ziel einer solchen Mantelgesellschaft ist es, durch einen Platzierung an der Börse Kapital von Investoren einzusammeln. Das Geld wird dann dazu verwendet, innerhalb eines begrenzten Zeitraums ein nicht-börsennotiertes Unternehmen zu übernehmen und es an die Börse zu bringen. Am Freitag vollzogen das Unternehmen 468 SPAC I und die Boxine GmbH ihren Zusammenschluss, wie die Unternehmen mitteilten. Der Gang aufs Parkett der Tonies SE ist nach Angaben der Deutschen Börse bereits das zweite "Spac-IPO" in diesem Jahr in Frankfurt.

ak/Reuters, AFP
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