Montag, 14. Oktober 2019

Finnen verstärken ihr Werben Kone will Aufzugsfusion mit Thyssenkrupp - und wirbt mit Beteiligung

ThyssenKrupp-Aufzug in der Essener Konzern-Zentrale
ThyssenKrupp
ThyssenKrupp-Aufzug in der Essener Konzern-Zentrale

Der Chef des finnischen Aufzugherstellers Kone will eine vollständige Fusion mit dem Konkurrenzgeschäft von Thyssenkrupp . Dabei hätte er die Essener gerne als "bedeutenden Aktionär" des neuen Konzerns an Bord, wie Henrik Ehrnrooth am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. "Wir würden begrüßen, wenn Thyssenkrupp als Miteigentümer an Bord wäre und den langfristigen Nutzen mit uns teilt", sagte Kone-Vorstandsvorsitzender Henrik Ehrnrooth im Gespräch mit Bloomberg.

Thyssenkrupp bereitet einen Verkauf eines Anteils an seinem als Perle geltenden Aufzuggeschäft vor - entweder an einen Interessenten oder über eine Notierung an der Börse. Die Aktie von Thyssenkrupp zählte gegen Mittag mit Aufschlägen von 3,4 Prozent mit zu den stärksten Werten im Dax Börsen-Chart zeigen.

Thyssenkrupp hat dabei zuletzt eine ganze Reihe von Interessensbekundungen erhalten. Bereits im August hatte manager magazin berichtet, dass die Aufzugsparte auf großes Interesse von Finanzinvestoren stoße.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff soll jüngst gegenüber interessierten Finanzinvestoren signalisiert haben, lediglich einen Minderheitsanteil verkaufen zu wollen. So behielte Thyssenkrupp zumindest zum Teil die Kontrolle und könnte so kartellrechtlichen Bedenken aus dem Weg gehen. An wettbewerbsrechtlichen Bedenken war zuletzt die Stahlfusion mit Tata Steel gescheitert.

Ehrnrooth betonte nun erneut, kartellrechtliche Bedenken könnten überwunden werden und verwies erneut auf die hohen möglichen Synergien. Man habe verschiedene Szenarien durchgespielt, "und wir denken, es ist machbar". Kone verstehe aber auch, dass dies für Thyssenkrupp ein wichtiger Punkt sei.

Kone gehört neben Thyssenkrupp Elevator, dem Schweizer Unternehmen Schindler sowie dem US-Konzern Otis zu den vier Unternehmen, die die Branche global anführen.

rei mit dpa

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