Montag, 14. Oktober 2019

Staatsfonds Abu Dhabi und Finanzinvestoren wollen wohl gemeinsam bieten Bieterkampf um Thyssenkrupp Elevator zeichnet sich ab

Objekt der Begierde: Aufzüge von ThyssenKrupp, hier im Hauptgebäude des Konzerns in Essen. Die Sparte könnte bei einem Verkauf bis zu 20 Milliarden Euro einspielen, meinen Analysten.
ThyssenKrupp
Objekt der Begierde: Aufzüge von ThyssenKrupp, hier im Hauptgebäude des Konzerns in Essen. Die Sparte könnte bei einem Verkauf bis zu 20 Milliarden Euro einspielen, meinen Analysten.

Thyssenkrupp hat seine Perle schon vor Wochen ins Schaufenster gestellt - und immer mehr wollen sie haben. Das Interesse an der Aufzugsparte des Konzerns ist groß - sowohl unter Wettbewerbern als auch unter Finanzinvestoren. Das dürfte den Preis in die Höhe treiben.

Um ein schlagkräftiges Angebot unterbreiten zu können, will der Staatsfonds Abu Dhabi jetzt ein gemeinsames Gebot mit den Finanzinvestoren Advent International und Cinven vorbereiten, berichtet die "Financial Times". Bereits im August hatte das manager magazin berichtet, dass die Aufzugsparte auf großes Interesse von Finanzinvestoren stoße.

Damit wären diese Investoren für eine mögliche Übernahmeschlacht mit dem finnischen Thyssenkrupp-Rivalen Kone oder dem japanischen Hitachi-Konzern gut gewappnet. Auch sie haben Interesse an Thyssenkrupp Elevator bekundet und wollen ein Angebot abgeben, heißt es.

Analysten der Danske Bank hatten zuletzt errechnet, dass bei prognostizierten Synergieeffekten von bis zu 7 Milliarden Euro Kone einen Kaufpreis bis rund 21 Milliarden Euro noch rechtfertigen könne. Zum Vergleich: Thyssenkrupp selbst ist an der Börse gerade noch 8 Milliarden Euro wert.


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Die Finnen wünschen eine vollständige Fusion und hatten laut Bloomberg zuletzt mit einer Thyssenkrupp-Beteiligung an dem dann neuen Konzern geworben. Mit Details, wie das Angebot aussehen könnte, hält sich Kone in dieser Phase verständlicherweise aber bislang zurück. Kone zeigte sich gleichwohl davon überzeugt, dass kartellrechtliche Bedenken überwunden werden könnten.

Vom Tisch zu wischen sind diese Bedenken aber nicht. Schließlich gehört Kone mit Thyssenkrupp Elevator, der Schweizer Schindler sowie dem US-Konzern Otis zu den vier Unternehmen, die die Branche weltweit anführen. Ein möglicher Teilverkauf an Finanzinvestoren erscheint da aus Wettbewerbssicht eher unbedenklich.

Sollten tatsächlich die Private Equity-Investoren zum Zuge kommen, wäre es vermutlich die größte Transaktion in diesem Jahr, bevor der schwedische Finanzinvestor EQT das Hautpflegegeschäft von Nestle für umgerechnet 9 Milliarden Euro übernommen hatte.

Alle Beteiligten wollten sich laut FT zu möglichen Geboten nicht äußern.

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