Kapitalerhöhung Elon Musk besorgt weitere Milliarden für Teslas Expansion

Die Tesla-Aktie eilt von Rekord zu Rekord - und Elon Musk weiß, wie er das für sich nutzen kann: Der Tesla-Chef hat eine weitere milliardenschwere Kapitalerhöhung angekündigt.
Alle wollen Tesla: Elon Musks Firma ist an der Börse sehr gefragt

Alle wollen Tesla: Elon Musks Firma ist an der Börse sehr gefragt

Foto: BRITTA PEDERSEN / AFP

Elon Musk (49) nutzt den jüngsten Rekordlauf der Tesla-Aktien für eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Dollar (4,13 Milliarden Euro). Zehn große Banken, darunter Goldman Sachs, Citigroup Global Markets und Morgan Stanley, werden den Verkauf der Anteilsscheine durchführen, wie der US-Elektroautobauer mitteilte. Mit dem frischen Kapital will Tesla seinen Schuldenstand verringern und neue Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen. Die Aktie gab nach der Ankündigung vorbörslich um rund 2 Prozent nach.

Tesla will durch die Kapitalerhöhung von dem Höhenflug der Aktie profitieren, die erst am Montag mit knapp 649 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht hatte. Damit hat sich der Kurs allein im laufenden Jahr 2020 fast verachtfacht und der Börsenwert überschritt erstmals die 600-Milliarden-Dollar-Marke. Das ist mehr als doppelt so viel wie die drei deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Tesla ist somit das am höchsten bewertete Autounternehmen der Welt.

Die Kapitalerhöhung ist bereits die zweite innerhalb von drei Monaten und die dritte innerhalb eines Jahres. Anfang September hatte der Autobauer ebenfalls fünf Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt, zudem wurde zum gleichen Zeitpunkt bekannt, dass die Aktie noch nicht in den S&P 500  aufgenommen wird. Die Aktie stürzte daraufhin um bis zu 20 Prozent ab. Seit der Ankündigung von Mitte November, dass Tesla am 21. Dezember in den Aktienindex S&P 500  aufgenommen wird, hat das Papier wiederum rund 57 Prozent zugelegt.

Tesla muss Waldrodung in Grünheide vorerst stoppen

Der Elektroautobauer verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele und investiert kräftig in diverse Projekte wie den Bau seines ersten europäischen Werks in Grünheide bei Berlin. Hier stößt Tesla allerdings auf erheblichen Widerstand durch Umweltverbände. Erst am Montagabend erteilte das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) im Eilverfahren ein vorläufiges Abholzungsverbot, wie das Gericht mitteilte (VG 5 L 602/20). Eine endgültige Entscheidung in der Sache hat das Verwaltungsgericht allerdings noch nicht gefällt.

Die Umweltverbände NABU und Grüne Liga hatten am Montag einen Eilantrag gegen die von Tesla beantragte und vom Landesumweltamt bereits genehmigte Rodung eingereicht. Dieser richtet sich gegen die vorzeitige Zulassung der Fällung von weiteren 82,9 Hektar Wald auf dem für die Tesla-Fabrik vorgesehenen Grundstück in Grünheide. Tesla äußerte sich zunächst nicht. Zuvor hatten der "Tagesspiegel" und der rbb darüber berichtet. Bisher gibt es noch keine endgültige Baugenehmigung für die umstrittene Tesla-Fabrik bei Berlin.

Tesla will jährlich rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y bauen. Bisher baut das Unternehmen über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.

mg/dpa-afx, Reuters
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