Kapitalerhöhung Tesla sammelt fünf Milliarden Dollar ein, Aktie rauscht ab

Gleich drei schlechte Nachrichten haben die Tesla-Aktie am Dienstag um bis zu 20 Prozent stürzen lassen. Der Aufstieg in den S&P 500 ist geplatzt, Rivale Nikola gestärkt, eine riesige Kapitalerhöhung verwässert die Anteile.
Baustelle der Tesla-Fabrik in Brandenburg am 6. September

Baustelle der Tesla-Fabrik in Brandenburg am 6. September

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Der Elektroautobauer Tesla hat sich mit der Ausgabe neuer Aktien einen großen Batzen frisches Geld bei Anlegern besorgt. Der Konzern von Starunternehmer Elon Musk (49) gab am Dienstag den Vollzug einer Kapitalerhöhung im Volumen von 5,0 Milliarden Dollar (4,25 Milliarden Euro) bekannt.

Tesla verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele und investiert kräftig in diverse Projekte wie den Bau seines ersten europäischen Werks in Grünheide bei Berlin. Dieser wird nun noch ambitionierter: Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll dort der Karosseriebau mit so genannten Gigapressen des italienischen Herstellers Idra revolutioniert werden. Entsprechend hoch ist der Mittelbedarf des Unternehmens aus dem kalifornischen Palo Alto.

Mit der Kapitalerhöhung nutzte Tesla eine monatelange Rekordrally an der Börse aus. Nachdem ein so genannter Aktiensplit, bei dem Anteilseigner für jedes Papiere vier weitere bekamen, den Höhenflug zunächst weiter angetrieben hatte, gab der Kurs zuletzt jedoch deutlich nach. Am Dienstag verbuchten Teslas Aktien  mit einem Minus von 21 Prozent auf 330,21 Dollar den höchsten Tagesverlust in ihrer Geschichte. Der Börsenwert ist damit an einem Handelstag um rund 80 Milliarden Dollar eingebrochen.

Seit dem Rekordhoch, das sie vor einer Woche nach dem Aktiensplit bei über 500 Dollar erreichten, summieren sich die Kursverluste der Tesla-Aktien mittlerweile schon auf mehr als ein Drittel.

Zur Kapitalerhöhung, durch die der Anteil der Altaktionäre verwässert wird, kamen weitere Belastungen für den Kurs. Am Dienstag wurde eine strategische Partnerschaft des Tesla-Herausforderers Nikola mit dem US-Branchenriesen General Motors bekannt. Die Aktien von Nikola schossen am Abend um 40 Prozent nach oben - es sah fast nach einem direkten Wechsel der Börsenlieblinge in der Branche aus.

Zudem wirkte die Enttäuschung nach, dass Tesla die von Anlegern erwartete Aufnahme in den Börsenindex S&P 500  verpasst hat. Wie am Freitagabend bekannt wurde, erhielten stattdessen die Online-Handwerksbörse Etsy, der Halbleiterhersteller Teradyne und der Medizintechnologiehersteller Catalent bei der Aufnahme in den marktbreiten Index den Vorzug. Die den Index herausgebende Firma S&P Dow Jones Indices wollte zu den Gründen der Auswahl keine Stellung nehmen. Die aufgenommenen Firmen kommen zusammen nur auf ein Zehntel des Börsenwerts von Tesla, liefern aber verlässlicher Gewinne. Während Tesla im Juli den Erfolg feierte, vier Quartale in Folge schwarze Zahlen geschrieben zu haben, schaffte Etsy dies bereits 13-mal.

ak/dpa/reuters
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